Nordisches Modell für Prostitution

Der Begriff Nordisches Modell (auch als Gleichstellungsmodell bezeichnet) steht für eine Form des Verbots von Prostitution und hat keinen Bezug zum Nordischen Modell im Bereich der Sozialpolitik. Es handelt sich um eine „asymmetrische Kriminalisierung“ bei der die Person, die sexuelle Dienstleistungen anbietet, dafür nicht bestraft wird.

Das bekannteste Element des Nordischen Modells ist die Kriminalisierung der Kunden von Prostituierten durch das sog. Sexkaufverbot. Die Kriminalisierung der Kunden wurde erstmals 1999 in Schweden eingeführt, weshalb lange von einem schwedischen Modell die Rede war.

Das Nordische Modell wird hauptsächlich von religiösen Organisationen und kleineren Bündnissen und Vereinen unterstützt. Menschenrechts- und Hilfsorganisationen, Sozialverbände und Prostituierte selbst lehnen das Modell überwiegend ab. Weltweit haben nur 8 von 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen das Nordische Modell eingeführt.

  1. Maria Noichl, Berichterstatterin des Ausschuss für die Rechte der Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter des Europäischen Parlaments: BERICHT über die Regulierung der Prostitution in der EU: ihre grenzübergreifenden Auswirkungen und ihr Einfluss auf die Gleichstellung und die Frauenrechte. In: europarl.europa.eu. 30. August 2023, abgerufen am 19. November 2023.
  2. The Nordic Model of Prostitution Legislation: Health, Violence and Spillover Effects • FREE NETWORK. 21. April 2019, abgerufen am 2. Juli 2021 (amerikanisches Englisch).
  3. Charlotta Holmström, May-Len Skilbrei: The Swedish Sex Purchase Act: Where Does it Stand? In: Oslo Law Review. Band 4, Nr. 02, 2017, ISSN 2387-3299, S. 82–104, doi:10.18261/issn.2387-3299-2017-02-02 (englisch, Online [abgerufen am 26. November 2019]).