Nouvelle Vague (1990)

Film
Titel Nouvelle Vague
Produktionsland Frankreich, Schweiz
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1990
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Jean-Luc Godard
Drehbuch Jean-Luc Godard
Produktion Alain Sarde
Ruth Waldburger
Kamera William Lubtchansky
Schnitt Jean-Luc Godard
Besetzung
  • Alain Delon als Richard Lennox/Roger Lennox ("Er")
  • Domiziana Giordano als Elena Torlato-Favrini ("Sie")
  • Roland Amstutz als Jules Duborgel, der Gärtner
  • Violaine Barret als Yvonne, dessen Frau
  • Laurence Côte als Cécile, ihre Tochter
  • Hubert Ravel als Laurent, der Chauffeur
  • Jacques Dacqmine als Generaldirektor
  • Raphaël Delpard als Staatssekretär
  • Laurence Guerre als Della, die Sekretärin
  • Jacques Viallette als Schpountz, der Fabrikdirektor
  • Christophe Odent als Raoul Dorfman, der Anwalt
  • Véronique Muller als Raouls erste Geliebte
  • Cécile Reigher als Kellnerin
  • Steve Suissa als Kellner
  • Brigitte Marvine als Journalistin im Restaurant
  • Joseph Lisbona als Dr. Parker
  • Laure Killing als Dorothy Parker, dessen Frau, Schriftstellerin
  • Maria Pitarresi als Raouls zweite Geliebte
  • Pascal Sablier als iranischer Kunde

Nouvelle Vague (französisch für "Neue Welle") ist ein französischer Film aus dem Jahr 1990, geschrieben und inszeniert von Jean-Luc Godard. Er erzählt die Geschichte des Vagabunden Lennox („Er“, im Original Lui, gespielt von Alain Delon), der von der wohlhabenden Industriellen Elena Torlato-Favrini („Sie“, im Original Elle, gespielt von Domiziana Giordano) aufgenommen wird. Der Film lief 1990 bei den Filmfestspielen von Cannes.

Nouvelle Vague ist als „rätselhaft“ und „vertrackt“ beschrieben worden; was diesen Film „tatsächlich ausmach[e]“, sei „nicht einfach [zu] sagen“, „die passende Sprache dafür“ sei noch gar nicht gefunden.

Der Film hat eine mythische Anmutung. Die Dialoge und die aus dem Off gesprochenen Kommentare bestehen fast ausnahmslos aus literarischen Zitaten. Die Handlung wird viele Male durch Zwischentitel (weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund) unterbrochen, die überwiegend lateinisch sind (z. B. zu Beginn Incipit lamentatio = „Beginn des Klagelieds“); Ort und Zeit der Handlung sind unbestimmt; das Schlossgelände, auf dem sich alles abspielt, liegt von der Welt abgeschieden; Diener und andere Nebenfiguren erzeugen eine formelle, statische Atmosphäre. Am Ende werden alle Bediensteten entlassen und das Paar fährt gemeinsam zu neuen Abenteuern wie in einem Märchen. Godard, selbst in sehr wohlhabender Familie und zeitweilig in einem ähnlichen Ambiente aufgewachsen, zeigt ein Märchen. Doch er bricht die märchenhafte Struktur gelegentlich mit subversiven Dialogzeilen, die die Basis der Situation zeigen: Die gehobene Lebensweise beruht nur auf dem Geld der reichen Protagonistin.

  1. Freigabebescheinigung für Nouvelle Vague. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 64766/K; abgerufen am 9. April 2026).
  2. Festival de Cannes 1990, In Competition: Nouvelle Vague (Memento vom 14. Dezember 2013 im Internet Archive)
  3. Hanno Möbius: „Nouvelle Vague ist ein rätselhaft erscheinender Film [...] Er besteht aus Handlungsfragmenten, die im Extremfall sogar irreal werden.“ (Text in Augen-Blick 34, s. Literatur, S. 14) – Für Thomas Koebner handelt es sich „bei Nouvelle Vague um eine der raffiniertesten und vertracktesten Produktionen aus dem Spätwerk des Regisseurs.“ (Text in Augen-Blick 34, s. Literatur, S. 20) – Harun Farocki im Gespräch mit Kaja Silverman: „Was den Film tatsächlich ausmacht, läßt sich also gar nicht so einfach sagen. Vielleicht wird es noch fünfzig Jahre dauern, bis wir die passende Sprache dafür gefunden haben.“ (Von Godard sprechen, s. Literatur – deutsche Erstausgabe, S. 226)
  4. Gemäß Richard Brody: Everything is cinema (s. Literatur, S. 525, dort der Absatz „a mythical place in a mythical time“).