OZNA

Die OZNA (auch OZN-a bzw. vereinfacht OZNa; grammatisch vom Akronym OZN für serbokroatisch Одељење за заштиту народа Odjeljenje za zaštitu naroda, slowenisch Oddelek za zaščito naroda, mazedonisch Одделение за заштита на народот, d. h. Abteilung für Volksschutz) war der während des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1944 gegründete Geheimdienst und die Geheimpolizei Jugoslawiens. Sie erledigte Verhaftungen, Verhöre und Folterungen in eigenen Gefängnissen, Liquidierungen, die Einrichtung von Konzentrationslagern, die Bewachung der Grenzen, die Deportation von Leuten in geschlossene Gebiete, die Ausweisung und Verfolgung von Ausländern, die Organisation von Zwangsarbeit, Zensur, die Kontrolle von Wahlen sowie die Vorbereitung und Durchführung von politischen Prozessen. Nach Kriegsende wurde die OZNA im Jahre 1946 aufgelöst und daraus die zivile Geheimpolizei Uprava državne bezbednosti, kurz UDB (ab 1966 Služba državne bezbednosti, SDB) und der Militärgeheimdienst Kontraobaveštajna služba, kurz KOS (ab 1955 Organ bezbednosti, OB), gebildet.

  1. Tibor Várady: Weltgeschichte und Alltag im Banat : Fälle aus einem Anwaltsarchiv von der Monarchie bis zum Kommunismus. Böhlau Verlag, Wien 2016, ISBN 978-3-205-20338-4, S. 125: „Man kann sogar etwas respektlos fragen, warum man den Buchstaben „A“ ans Ende der OZNA und des UDBA angehängt hatte, wo eigentlich jeweils die Kürzel OZN und UDB bereits komplette Wörter anzeigten. (Das Kürzel von Uprava državne bezbednosti müsste beispielsweise UDB und nicht UDBA sein.) Alle sprachen aber von OZNA und UDBA, und auch offiziell wurden diese Abkürzungen benutzt. Jetzt, wo ich dem nachforsche – mit sehr verspätetem Mut –, fällt mir dazu nur ein, dass man in der traditionellen serbischen Aussprache keine kleinen Ersatzvokale zwischen die Konsonanten einer Abkürzung setzt, ein „u/de/be“ oder „o/zett/en“ kann also den möglichen Zungenbrecher nicht erleichtern. OZN und UDB auszusprechen dürfte aber nicht einmal den kampferprobten, harten Geheimpolizisten leicht gefallen sein – und wäre auch nicht elegant gewesen. Durch ein Anhängen des „A“ wurden die geheimpolizistischen Kürzel besser aussprechbar und wohlklingender, und so erhielt dieses Buchstaben-Kuckucksei seine volle Legitimation.“
  2. Arnold Suppan: Hitler – Beneš – Tito : Konflikt, Krieg und Völkermord in Ostmittel- und Südosteuropa. Hrsg.: Michael Gehler, Wolfgang Mueller (= Internationale Geschichte. Band 1). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2014, ISBN 978-3-7001-7309-0, 9. Rache, Vergeltung, Strafe (In Jugoslawien), S. 1277 (austriaca.at [PDF]).