Offiziersbursche
Offiziersburschen (in Deutschland amtlich Offizierburschen) waren unter anderem im Heer des deutschen Kaiserreichs Soldaten im aktiven Dienst, die den Offizieren aller Grade, Ärzten und Zahlmeistern zur persönlichen Bedienung überwiesen waren. Sie durften nicht Gefreite sein. Jeder Offizier erhielt nur einen Offizierburschen.
In Österreich-Ungarn wurden solche Bedienstete Offiziersdiener (intern unter den österreichischen Offizieren auch „Putzfleck“ oder „Pfeifendeckel“) genannt. Sie zählten nicht zu den Kombattanten, sondern waren zum Dienst ohne Waffe ausgehoben. Eine bekannte literarische Figur, die so einen österreichischen Offiziersburschen verkörpert, ist der „brave Soldat Schwejk“.
Die Errichtung der Reichswehr in der Weimarer Republik hatte das Ende der Offiziersburschen in Deutschland zur Folge. Teile ihrer Aufgaben übernahmen die zum Aufwartungsdienst eingeteilten Soldaten.
- ↑ Offizierbursche. In: Meyers Konversationslexikon. Bd. 14, Leipzig, Wien 1906; dort auch die folgenden Informationen zu Österreich-Ungarn.
- ↑ Offizierbursche. In: Großer Brockhaus. Bd. 13, Leipzig 1932.