Onomastikon der biblischen Ortsnamen

Das Onomastikon der biblischen Ortsnamen (Περὶ τῶν τοπικῶν ὀνομάτων τῶν ἐν τῇ θείᾳ γραφῇ Perì tõn topikõn onomátōn tõn en tẽ theía graphẽ „Über die Ortsnamen in der Heiligen Schrift“) ist ein Spezialwörterbuch, das von dem spätantiken Bischof und Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea wahrscheinlich vor 325 in altgriechischer Sprache erstellt wurde.

Mit seinem Onomastikon betrat Eusebius Neuland. Er führte 985 biblische Orte nach dem griechischen Alphabet geordnet auf; etwa 300 dieser Orte lokalisierte er beispielsweise mit Hilfe römischer Meilensteine und zu seiner Zeit vorhandener Bauwerke. Damit ist das Onomastikon eine wichtige Quelle für die Topographie Palästinas in römischer und frühbyzantinischer Zeit. Oft wird es bis heute bei der Lokalisierung biblischer Stätten herangezogen. Die alphabetische Anlage des Werks war für den zur Zeit des Eusebius gerade aufblühenden christlichen Pilgertourismus nicht praktisch; daher ist wahrscheinlicher, dass Eusebius das Onomastikon als Nachschlagewerk für den Bibelleser konzipiert hatte.