Open-Source-Software in öffentlichen Einrichtungen

Mit Open-Source-Software in öffentlichen Einrichtungen bzw. Open-Source-Software in der öffentlichen Verwaltung verfolgen die Einrichtungen, die auf Open-Source-Software setzen, ganz unterschiedliche Ziele, die von einem Bemühen um Kostenreduktion bis hin zur Durchsetzung eigener Datensouveränität reichen können.

Open-Source-Software (kurz: OSS) und Freie Software, häufig mit Linux als Kernbestandteil, wird als Alternative für proprietäre Software auf Computern in öffentlichen Einrichtungen eingesetzt. Innerhalb Deutschlands größere Medienpräsenz zu dieser Entwicklung erzielte die Großstadt München, die seit 2003 wesentliche Bereiche ihrer EDV auf freie Software umrüstete, nach einem Stadtratsbeschluss 2017 dieses Vorhaben jedoch wieder aufgab (siehe LiMux). Das Land Schleswig-Holstein gab 2025 bekannt, seine gesamte Bürosoftware bis zum Herbst auf Open-Source-Produkte umstellen zu wollen. Auch kleinere Kommunen (wie Schwäbisch Hall) oder Behörden wie Gerichte oder die US-Armee stellten größere Teile ihrer IT-Infrastruktur auf OSS um. Laut einer Umfrage der Universität Maastricht von 2005 arbeiteten 49 % aller öffentlichen Verwaltungen in Europa mit freier Software. Allerdings meist in kleinerem Umfang und teilweise, ohne sich darüber im Klaren zu sein.

  1. Vgl. etwa Jens-Christoph Brendel: Erfahrungen eines Open-Source-Vorreiters in der öffentlichen Verwaltung. In: Linux-Magazin. 09/2023. Zuletzt abgerufen am 30. Juli 2023. Im Interview äußert sich Michael Höfner, Leiter der IT-Abteilung der Stadt Schwäbisch Hall durchaus ambivalent zum Kostenargument, wenn er äußert: „Prinzipiell bedeutet Open Source ja nicht dasselbe wie kostenlos. Es gilt die Forderung, dass digitale Souveränität nicht billige digitale Souveränität sein darf. Man sollte sich vielmehr die Frage stellen, ob Einsparungen im digitalen Bereich der Verwaltung wirklich Sinn ergeben. Sofern es die Haushaltslage hergibt, sind Einsparungen nicht unsere primäre Motivation. Verschiedene Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, dass öffentliche Verwaltungen aufgrund der Masse an sensiblen persönlichen Daten, mit denen sie arbeiten, im Fokus von Angreifern stehen. Die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit nach einem Angriff kann durchaus mehrere Monate dauern. Aus dieser Perspektive erscheint mir das Sparen an digitaler Infrastruktur als falscher Ansatz.“, ebd.
  2. Die Hälfte der EU-Ämter arbeitet mit freier Software, Meldung auf pro-linux.de, 25. Oktober 2005.