Open Educational Resources

Als Open Educational Resources (englisch, kurz OER) werden freie Lern- und Lehrmaterialien bezeichnet, die unter einer offenen Lizenz wie etwa Creative Commons oder GNU General Public License (in Anlehnung an den englischen Begriff für Freie Inhalte (open content)) veröffentlicht und damit für alle Interessierte zur Nachnutzung bereitgestellt werden. Freie Lehrmaterialien sind wichtige Grundlage für Open Education und als solche Bestandteil von Open Science.

Zentrale Grundlage von Open Educational Resources sind die sogenannten 5R-Freiheiten, die beschreiben, welche Nutzungsrechte OER gewähren. Diese umfassen das Recht, Materialien zu behalten (retain), zu verwenden (reuse), zu verändern (revise), zu vermischen (remix) sowie weiterzuverbreiten (redistribute). Erst durch diese umfassenden Nutzungsrechte unterscheiden sich OER von lediglich frei zugänglichen, aber rechtlich eingeschränkten Bildungsinhalten.

Das Konzept von OER kann als eine neue Art der Informationserstellung und -(ver-)teilung im Bildungsbereich verstanden werden. Es ist eine verstärkte Integration von OER im Bereich der internetbasierten Wissensvermittlung sowie in der Fern- und Hochschullehre zu beobachten. Insbesondere im Bereich der Social Media ist eine zunehmende Verbreitung von OER zu erkennen. Auf diese Weise erhoffen sich Autoren von OER einen stärkeren Verbreitungsgrad ihrer Inhalte sowie eine damit einhergehende steigende Reputation.

Die Motivation der Befürworter reicht von der Zähmung des monopolistisch geprägten Buchmarktes bis zur Vision der Schaffung einer Bildungswelt, in der jeder Mensch auf der Welt Zugang zum global aggregierten Wissen hat. Eine große Hoffnung im Zuge der Verbreitung von OER ist der Ausgleich der globalen Unterschiede hinsichtlich des Zugangs zu digitalen Medien und Bildung. Insbesondere wenig entwickelte Länder sollen von dem Zugang und der Nutzung der OER profitieren.

Trotz der zahlreichen Vorteile von Open Educational Resources werden Herausforderungen und Kritikpunkte diskutiert. Dazu zählen unter anderem Fragen der Qualitätssicherung, der Nachhaltigkeit von OER-Projekten sowie der fehlenden institutionellen Anerkennung für Autorinnen und Autoren. Zudem erschweren unterschiedliche Lizenzmodelle und mangelnde rechtliche Kenntnisse teilweise die Nachnutzung und Weiterverarbeitung von OER.

Überschneidungen gibt es zu Open Access, das den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen meint, nicht immer sind OER und Open Access klar voneinander zu trennen.

  1. Alexandra Pounds, John Bostock: Open educational resources (OER) in higher education courses in aquaculture and fisheries: opportunities, barriers, and future perspectives. In: Aquaculture International. Band 27, Nr. 3, 1. Juni 2019, ISSN 1573-143X, S. 695–710, doi:10.1007/s10499-019-00355-9.
  2. unesdoc.unesco.org UNESCO (2011), abgerufen am 13. Juli 2013
  3. Russell Stannard: #loveHE: A wide-open web of potential In: Times Higher Education, 24. April 2010. Abgerufen am 18. Dezember 2010 (englisch). 
  4. Anya Kamenetz: Eliminate Print Textbooks, Go Digital In: New York Times, 25. Juli 2010. Abgerufen am 27. Dezember 2010 (englisch).