Organisationsentwicklung
Organisationsentwicklung (OE; englisch organization development, OD) ist ein organisationstheoretisches Konzept zur Analyse und Gestaltung geplanten sozialen Wandels in Organisationen. In der Literatur wird OE unter anderem als „Interventionsstrategie, welche gruppendynamische Prozesse verwendet, die sich auf die Organisationskultur konzentriert, um geplante Veränderungen herbeizuführen“ definiert. Mit leicht verschobenem Schwerpunkt beschreiben Bowman und Asch OE als „langfristiges Interventionsprogramm in die sozialen Prozesse von Organisationen unter Verwendung von Prinzipien und Praktiken der Verhaltenswissenschaften mit dem Ziel, Verhaltens- und Einstellungsänderungen herbeizuführen, die zu gesteigerter organisatorischer Effektivität führen“.
Organisationsentwicklung untersucht und behandelt Beziehungen, Verhalten und Einstellung gegenüber dem Individuum, der Arbeitsgruppe, anderen Arbeitsgruppen und der Organisation als Ganzem. Mabey und Pugh nennen fünf kennzeichnende Merkmale der OE:
- OE ist ein breit angelegter, andauernder, mittel- bis langfristiger Ansatz.
- OE basiert auf Erkenntnissen und Methoden der Verhaltenswissenschaften.
- OE ist prozessorientiert (kontrastiert zu zielorientiert).
- OE erfordert eine Moderation.
- OE ist partizipativ.
Demzufolge bedeutet Organisationsentwicklung eine Förderung des Humankapitals und nicht das bloße Desinvestieren von Arbeitsplätzen. OE wird in unterschiedlichen Organisationstypen eingesetzt, darunter große Unternehmen, öffentliche Verwaltungen, Kirchen, soziale Einrichtungen sowie militärische Organisationen. Dabei werden die Gesetzmäßigkeiten sozialer Gemeinschaften genutzt und (wie beim HR-Ansatz) die Interessen der Mitarbeiter in der Gestaltung ihrer Arbeits- und Handlungssysteme arbeitswissenschaftlich berücksichtigt.