Ormosil

Unter Ormosil versteht man organisch modifizierte Kieselsäure oder organisch modifiziertes Silikat. Diese Stoffklasse wurde durch den deutschen Glaswissenschaftler Horst Scholze entwickelt. Es handelt sich dabei um ein Akronym aus der englischen Sprache: Organically Modified Silicate. Unter diesem Begriff sind Materialien zusammengefasst, die für eine Vielzahl von Anwendungen äußerst vielversprechend sind, zum Beispiel:

  • als Alternative zu viralen Vektoren für den Gentransfer, die sich durch eine höhere transiente Transfektionseffizienz auszeichnet.
  • als Suspensionsmittel und Substrate für die nächste innovative Generation von Solarzellen (Quantenpunkte)
  • als Matrixmaterial für UV-Schutz-Beschichtung
  • als Matrixmaterial für laserfarbstoff-dotierten organisch-anorganischen Festkörper-Farbstofflaser

Diese Technik hat sich als nicht-viraler Vektor erwiesen, um erfolgreich DNA-Lasten an spezifisch gekennzeichnete Zellen in lebenden Tieren zu liefern. Die Bestätigung der Ergebnisse zeigte, dass neue DNA funktionsfähig war und Gene im Tier exprimierte.

Vorläufer für derartige Partikel sind zahlreiche monosubstituierte Siloxane wie beispielsweise Vinyltrimethoxysilan.

  1. Begründer der ORMOSILE. Abgerufen am 16. Dezember 2021.
  2. Chia-Yen Li, Justine Y. Tseng, Kazuki Morita, C. L. Lechner, Yi Hu, John D. Mackenzie: ORMOSILS as matrices in inorganic-organic nanocomposites for various optical applications. In: Proc. SPIE. Vol. 1758, Sol-Gel Optics II, 7. Dezember 1992, S. 410–419, doi:10.1117/12.132033.
  3. Ellen Goldbaum: Using nanoparticles, in vivo gene therapy activates brain stem cells. In: Medical News Today. 26. Juli 2005, abgerufen am 28. März 2013.