Ostara

Ostara ['oːstara] ist der von Jacob Grimm (1785–1863) durch philologischen Vergleich hergeleitete Name für eine vermutete germanische Frühlingsgöttin. Als Quelle bezog sich Grimm dabei auf den angelsächsischen Mönch und Kirchenhistoriker Beda, der die Herkunft des Wortes „Easter“ (Ostern) mit einer früheren germanischen Göttin namens „Eostrae“ erklärte. In der Romantik fand Grimms Annahme einer Ostara starken Anklang, wurde seither oft für die Erklärung von Osterbräuchen herangezogen und fand so bis in die jüngste Vergangenheit Eingang in Lexika und Schulbücher. In der Fachwissenschaft ist die Annahme einer germanischen Ostara schon länger umstritten und wird in der Regel abgelehnt, wobei meistens die ohnehin schon sehr problematische Namensform diskutiert wird und weniger der generelle Kult einer germanischen Frühlingsgöttin.

  1. so Ostern. In: Microsoft Encarta (online 2009); hier „Eostre“ als „teutonische Göttin des Frühlings und der Fruchtbarkeit“, deren Fest am Tag vor der Frühlings-Tagundnachtgleiche gefeiert worden und mit dem Symbol des Hasen verbunden gewesen sei.
  2. Vergleiche Ostara. In: Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens. Band 6, Sp. 1311–1317.
    Beispiel für Kritik bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Ostăra. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 15: Öhmichen–Plakatschriften. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1908, S. 168 (Digitalisat. zeno.org).