Ostforschung
Ostforschung bezeichnete bis in die 1990er Jahre die Erforschung des deutschen Volkstums und der Kulturleistungen Deutscher in Ostmitteleuropa. Forschungsgegenstände waren Geschichte, Sprache, Migration, Recht, Religion und Geographie.
Unter dem Begriff „Ostforschung“ als zentralem Bestandteil der völkischen Wissenschaften wird heute dieser Teil deutscher Wissenschaft geschichtlich hinsichtlich Verlauf und Kontinuitäten bis in die 1990er Jahre erforscht und von einigen der betroffenen Institutionen selbstkritisch aufgearbeitet. Besonders diese Selbstreflexion bezeichnet einen Paradigmenwechsel und führt unter anderem zur Umbenennung von Instituten. So wurde beispielsweise die 1952 gegründete „Zeitschrift für Ostforschung“ 1995 in „Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung“ umbenannt. Der Begriff Ostforschung wird wie der Begriff Westforschung für aktuelle Forschungen heute kaum noch verwandt.
- ↑ Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung / Journal of East Central European Studies. Abgerufen am 27. Januar 2025.
- ↑ Hans-Jürgen Karp, Hans Lemberg, Hugo Weczerka: Von der „Zeitschrift für Ostforschung“ zur „Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung“. In: Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft (Hrsg.): Zeitschrift für Ostmitteleuropa. Band 44, Nr. 1, 1995, doi:10.25627/19954415912 (zfo-online.de).