Otto Lendle

Otto Lendle (* 17. Januar 1926 in Bad Hersfeld; † 8. März 1999 in Mellnau) war ein deutscher Altphilologe.

Der Sohn eines Mathematiklehrers besuchte von 1932 bis 1936 die Grundschule Bad Hersfeld und von 1936 bis 1943 sowie von 1946 bis zum 20. Juli 1946 das Humanistische Gymnasium Bad Hersfeld. Dort legte er das Abitur ab. Lendle war Luftwaffenhelfer im Zweiten Weltkrieg. Im Elsass wurde er verwundet und geriet in amerikanische Gefangenschaft. Von 1948 bis 1953 studierte er Klassische Philologie und Archäologie in Göttingen und Marburg. In Marburg wurde er 1953 promoviert über Die Pandorasage bei Hesiod. Im Jahr 1962 folgte die Habilitation über Encomium in Sanctum Stephanum protomartyrem. Im Jahr 1967 wurde er Professor für Klassische Philologie an der Universität des Saarlandes. Zehn Jahre später wechselte er nach Marburg, wo er bis zu seiner Emeritierung 1991 lehrte. An der Universität Marburg war Lendle 1978/88, 1982/83 sowie 1987/88 Dekan des Fachbereichs Altertumswissenschaften. Von 1970 bis 1989 war er Mitglied der Zentraldirektion des Deutschen Archäologischen Instituts.

Otto Lendle beschäftigte sich mit antiken Autoren wie Hesiod, Xenophon und Gregor von Nyssa sowie mit Belagerungstechnik (Poliorketik) und Geschichtsschreibung. Die Beschäftigung mit einem großen Kommentar zu den sieben Büchern von Xenophons „Anabasis“ (1995) führte zu einem historischen Roman (Die Söldner des Kyros, 1999).

  1. Vgl. dazu die Besprechungen von Josef H. Kühn in: Gnomon 31, 1959, S. 114–123 (online); Herbert Jennings Rose in: The Classical Review 8, 1958, S. 228–229; Frederick M. Combellack in: Classical Philology 54, 1959, S. 214–216.