Panarabismus

Panarabismus ist eine Sonderform des Arabischen Nationalismus, die die arabische Kulturnation, im Sinne von gemeinsamer Sprache und Kultur, das heißt alle Arabisch sprechenden Gruppen vom Atlantik bis zum Persischen Golf, in einen gemeinsamen Nationalstaat vereinen will, anstatt der heutigen Vielfalt arabophoner Staaten. Der Panarabismus zählt zu dem antikolonialistischen Teil der Panbewegungen. Zumeist wird ihm die arabische Sprache zugrunde gelegt. Der Begriff Panarabismus bezeichnet auf Deutsch die arabische Idee der qawmiyya (قومِيّة), die sich von qawm (قوم) ableitet, einem Wort für „Volk“ oder „Nation“. Ursprünglich als kulturelles Konzept verstanden, erhielt qawmiyya in den 1920er Jahren eine zunehmend politische Bedeutung im Rahmen des arabischen Nationalismus. Damit konkurriert der Panarabismus mit den Konzepten des Panislamismus, des Pansemitismus und des Panafrikanismus – aber auch mit regionalistischen und anderen nationalistischen Konzepten, wie z. B. dem Pansyrismus bzw. der Großsyrien-Ideologie.

Der Panarabismus sieht die Spaltung der arabischen Einheit als Folge der Kolonialisierung durch unterschiedliche Besatzer, obwohl historisch niemals alle arabisch sprechenden Staaten vereinigt waren.

  1. Tilman Lüdke: Pan-Ideologien. Kapitel: Die Geschichte der Pan-Ideologien. In: Europäische Geschichte Online. 30. August 2012, abgerufen am 10. Oktober 2014.
  2. 1 2 Cyrus Schayegh: The Middle East and the Making of the Modern World. Hrsg.: Harvard University Press. Buch, 2017, S. 133.
  3. Christian Szyska: Panarabismus. Bundeszentrale für politische Bildung, abgerufen am 10. Oktober 2014.