Paneuropäisches Picknick

Das Paneuropäische Picknick war eine Friedensdemonstration ungarischer Oppositioneller an der ungarisch-österreichischen Grenze zwischen Sopron (Ödenburg) und Sankt Margarethen im Burgenland am 19. August 1989. Sie wurde in der Erinnerungskultur nachträglich zum Meilenstein jener Vorgänge stilisiert, die zum Ende der DDR, zur deutschen Wiedervereinigung führten und das Ende des Ostblocks besiegelten.

Mit Zustimmung ungarischer und österreichischer Behörden sollte bei der Veranstaltung ein Grenztor symbolisch für drei Stunden geöffnet werden. Zwischen 600 und 700 DDR-Bürger nutzten dann diese kurze Öffnung des Eisernen Vorhangs zur Flucht in den Westen. Es war die größte Fluchtbewegung aus Ost-Deutschland seit dem Bau der Berliner Mauer. An der Nordostecke des Reichstagsgebäudes in Berlin erinnert eine Gedenktafel an das Paneuropäische Picknick.

  1. Hildegard Schmoller: Das Paneuropäische Picknick als österreichischer Gedächtnisort zum Fall des Eisernen Vorhangs. In: Elisabeth Fendl (Hrsg.): Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde. 25 Jahre Erinnerung an das geteilte Europa. Münster / New York 2015, S. 34–54, hier: S. 47 ff.
  2. Otmar Lahodynsky: Paneuropäisches Picknick: Die Generalprobe für den Mauerfall. In: Profil, 9. August 2014.