Pantanal

Das Pantanal (von portugiesisch pântano, deutsch Sumpf, auch: Pantanal Matogrossense) ist eines der größten Binnenland-Feuchtgebiete der Erde. Die UNESCO erklärte das Gebiet im Jahr 2000 zum Biosphärenreservat.
Das Sumpfgebiet ist fast halb so groß wie Deutschland und befindet sich größtenteils in Brasilien, während etwa ein Drittel in Bolivien und Paraguay liegt. Bis zu sechs Monate im Jahr steht das Gebiet völlig unter Wasser und dient als wichtiger Rückzugsort für zahlreiche Tiere und Pflanzen.

Das Pantanal liegt zwischen den Großlandschaften der Trockenwälder und -savannen des Gran Chaco im Westen und der Feuchtsavanne des Cerrado im Osten. Die Region befindet sich in einer Flussniederung mit zahlreichen Süßwasserseen (im Süden auch isolierte Salzseen Salinas genannt), die von zahlreichen Flüssen gespeist und vom Río Paraguay, dem das Gebiet speisenden und entwässernden Hauptfluss, durchflossen wird. Das Binnendelta wird von zahlreichen mäanderartigen Dammflüssen durchzogen, welche die Flussniederung in der Regenzeit und bei Hochwasser des Rio Paraguay zum Großteil überschwemmen. Auch in der Übergangs- und Trockenzeit ist die Humidität noch sehr hoch.

Als Teil des Pantanal Conservation Complex wurde das artenreiche Feuchtbiotop unter Naturschutz gestellt und im Jahr 2000 zum Weltnaturerbe durch die UNESCO erklärt. Dennoch ist sein Erhalt durch menschliche Aktivitäten wie Rinderzucht, Landwirtschaft (incl. Brandrodung) sowie durch Industrialisierung und den Kleinbergbau (insbesondere von Gold) akut gefährdet.

  1. Pantanal Biosphere Reserve, Brazil UNESCO, aufgerufen am 8. März 2022
  2. Pantanal: Land unter Wasser (vom 22.05.2020) WWF, aufgerufen am 8. März 2022
  3. Klaus Heine, Das Quartär in den Tropen, 2019, S. 295
  4. Pantanal. Floodplain, South America Encyclopædia Britannica, aufgerufen am 8. März 2022
  5. Gold – alles andere als glänzend für die Umwelt WWF, aufgerufen am 8. März 2022