Panzerschiff
Der Begriff Panzerschiff bezeichnet verschiedene Arten von mit einer Panzerung versehenen Kriegsschiffen. Insbesondere wird Panzerschiff als Überbegriff für die gepanzerten dampfgetriebenen Kriegsschiffe in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verwendet.
Mit Entwicklung der Bombenkanone, die Explosivgeschosse verschießen konnte, verfügten hölzerne Kriegsschiffe nicht mehr über eine ausreichende Standfestigkeit gegenüber Beschuss. Das zeigte sich im Gefecht bei Eckernförde am 5. April 1849, in der Seeschlacht bei Sinope am 30. November 1853 und bei der Beschießung von Sewastopol am 17. Oktober 1854. Die von Frankreich entwickelten gepanzerten schwimmenden Batterien Tonnante, Lave und Dévastation zeigten bei der Beschießung des russischen Forts Kinburn am 17. Oktober 1855, dass Schiffe mit einer Panzerung aus Eisen in der Lage waren, Bombenkanonen zu widerstehen. Daraufhin begannen die Seemächte mit dem Bau gepanzerter Hochseeschiffe. Den Anfang machte Frankreich 1859 mit dem gepanzerten Holzschiff La Gloire. Großbritannien antwortete mit den gepanzerten Eisenschiffen Warrior und Black Prince. Das erste deutsche Panzerschiff war das 1864 in London vom Stapel gelaufene Turmschiff Arminius der königlich preußischen Marine.
Zum ersten Gefecht zwischen gepanzerten Kriegsschiffen kam es im amerikanischen Sezessionskrieg in der Schlacht von Hampton Roads zwischen der Monitor und der Virginia.
Der technische Fortschritt in der Epoche der industriellen Revolution ermöglichte eine rasante Fortentwicklung insbesondere bei Artillerie, Panzerschutz und Antrieb. Infolgedessen kam es zu einer großen Unsicherheit in taktisch-technischen Fragen. Sie schlug sich in einer Vielzahl von Entwürfen nieder, was auch eine Klassifizierung der Schiffe außerordentlich schwierig macht. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen sich mit dem Einheitslinienschiff, dem Panzerkreuzer und dem geschützten Kreuzer etablierte Standardtypen durchzusetzen.