Parataxe

Die Parataxe (altgriechisch παράταξις parátaxis, von παρα para ‚bei, neben‘ und τάξις taxis ‚Ordnung, Reihenfolge‘), auch Beiordnung, Nebenordnung oder Koordination (von Sätzen), ist in der Grammatik die gleichrangige Aneinanderreihung von (Teil-)Sätzen. Die Parataxe ist somit das Gegenteil zur Hypotaxe (oder Subordination), der Unterordnung eines Nebensatzes. Während die Bezeichnung Koordination für gleichrangige Anordnungen in einem weiteren Sinn üblich ist, wird der Begriff Parataxe oft auf die Verbindung von Sätzen eingeschränkt, so auch im vorliegenden Artikel.

Ein zusammengesetzter Satz, dessen Teilsätze Hauptsätze in parataktischer Beziehung sind, heißt in der deutschen Grammatik Hauptsatzreihe. Die Bezeichnung Parataxe wird ebenfalls nicht nur für das Verfahren der Verknüpfung von zwei Hauptsätzen, sondern auch für das Resultat, die Hauptsatzreihe selbst, verwendet.

Von Parataxe ist sowohl in der Grammatik bei der Klassifizierung grammatischer Strukturen die Rede, als auch in der Literaturwissenschaft bei der Charakterisierung eines Stilmerkmals von ganzen Texten. Obwohl der Begriff „parataktischer Stil“ für letzteres auf dem grammatischen Begriff fußt, sind die zugrunde gelegten Begriffe von Parataxe nicht vollständig deckungsgleich.

  1. So Elke Hentschel (Hrsg.): Deutsche Grammatik (= De Gruyter Lexikon). Walter de Gruyter, Berlin 2010, e-ISBN 978-3-11-022902-8. Stichwort „Parataxe“ S. 217. – Auch: Said Sahel: Parataxe. In: Stefan Schierholz, Pál Uzonyi (Hrsg.): Grammatik: Syntax. (= Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (WSK), 1.2). Walter de Gruyter, Berlin 2022, e-ISBN 978-3-11-069852-7, S. 655. – Anders, also mit „Parataxe“ im weiteren Sinn wie Koordination, in Walter Flämig: Grammatik des Deutschen. Einführung in Struktur- und Wirkungszusammenhänge. Akademie Verlag, Berlin 1991, ISBN 3-05-000686-2, S. 251.