Parlamentswahl in Indien 1951–1952

Wahl zur 1. Lok Sabha 1951–19521957 →
(Stimmenanteile in %)
 %
50
40
30
20
10
0
45,0
10,6
5,8
3,3
3,1
2,4
1,4
12,5
15,9

Die Parlamentswahl in Indien 1951–1952 war die erste landesweite Wahl zum gesamtindischen Parlament nach Inkrafttreten der Verfassung der Republik Indien am 26. Januar 1950. Die Wahl zog sich über mehrere Monate, verteilt auf verschiedene Tage hin, begann am 25. Oktober 1951 und endete am 21. Februar 1952. Wahlberechtigt waren mehr als 173 Millionen Personen und die Wahlbeteiligung betrug 44,9 %. Die Durchführung der Wahl stellte für das noch junge Staatswesen eine enorme organisatorische und logistische Herausforderung dar, die aber in bemerkenswert geordneter Form bewältigt werden konnte. Da die Verfassung erst kurz zuvor in Kraft getreten war, musste bei der Organisation der Wahl vielfach juristisches und administratives Neuland betreten werden. Hierdurch wurden Standards geschaffen, die zum großen Teil noch heute bei Wahlen in Indien Gültigkeit haben und auch aus diesem Grund wird die Vorbereitung der Wahl im Folgenden ausführlich geschildert.

Die Wahl wurde sehr deutlich durch die Kongresspartei unter Premierminister Jawaharlal Nehru gewonnen. Mit 45 % der Wählerstimmen wurde sie die mit weitem Abstand stimmenstärkste Partei und gewann – stark begünstigt durch das relative Mehrheitswahlrecht – mehr als drei Viertel aller Wahlkreise. Unter den Oppositionsparteien schnitten die Sozialisten mit gut 10 % Wählerstimmenanteil stimmenmäßig am besten ab, gewannen jedoch nur 2,5 % der Parlamentsmandate. Parallel zur Wahl des gesamtindischen Parlaments fanden auch Wahlen zu den Parlamenten der Bundesstaaten statt.

  1. 1 2 Election Results - Full Statistical Reports. Indian Election Commission (Indische Wahlkommission), abgerufen am 22. Dezember 2018 (englisch, Wahlergebnisse sämtlicher indischer Wahlen zur Lok Sabha und zu den Parlamenten der Bundesstaaten seit der Unabhängigkeit).
  2. Hinsichtlich der Wahlbeteiligung gibt es in der Literatur zum Teil divergierende Angaben, die auf Missverständnissen des Wahlverfahrens beruhen. Einige Autoren (bspw. R. L. Park) berücksichtigen nicht die Tatsache, dass die Wähler in Mehrpersonenwahlkreisen 2 oder 3 Stimmen hatten und kommen damit auf eine Wahlbeteiligung von etwa 60 %. Andere Autoren scheinen nicht zu berücksichtigen, dass die Abgeordneten in einigen Teilen Indiens (bspw. Jammu und Kashmir) nicht gewählt, sondern durch den Staatspräsidenten ernannt wurden.
  3. 1 2 Sukumar Sen: Report on the first general election in India 1951–52. Hrsg.: Election Commission of India. Band 1. Government of India Press, Neu-Delhi 1955 (englisch, nic.in [PDF]).