Parole (Militär)

Die Parole ist, wie Losung, Gegenlosung und Feldgeschrei bzw. in Österreich Feldruf (Schlachtruf oder Geste), ein militärisches Erkennungszeichen. An ihm erkennen sich die Angehörigen desselben militärischen Verbandes gegenseitig. Dies war vor allem in früheren Zeiten entscheidend, als Kriegsleute und Soldaten noch keine Uniformen trugen (diese kamen erst ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auf). Doch auch später noch war die militärische Bekleidung äußerst buntscheckig, so dass Freund und Feind oft kaum voneinander zu unterscheiden waren. Erst seit dem 19. Jahrhundert nahmen Europas Heere zunehmend ein jeweils einheitliches äußeres Erscheinungsbild an, so dass die jeweilige Nation meist zweifelsfrei zu identifizieren war. Damit nahm im militärischen Alltag die Notwendigkeit verabredeter Kennwörter und Erkennungszeichen ab, verschwand aber nie ganz. Im Kriegseinsatz sind sie immer noch von Nutzen, um etwa bei schlechter Sicht zumindest schon auf Rufweite eigene Patrouillen, Vorposten usw. von eventuell sogar in Fremduniformen gekleideten Gegnern unterscheiden zu können.

Parole, Losung, Gegenlosung und Feldgeschrei bzw. Feldruf wurden bzw. werden regelmäßig gewechselt, seltener aber der nationale Schlachtruf. Im Laufe der Zeit verschwamm die begriffliche Unterscheidung zwischen Parole und Losung, so dass man beide später häufig synonym verwendete.

  1. Losung. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 12: L–Lyra. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1908, S. 721 (Digitalisat. zeno.org).
  2. Parole. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 15: Öhmichen–Plakatschriften. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1908, S. 464 (Digitalisat. zeno.org).