Partherkriege
Als Partherkriege werden die militärischen Konflikte zwischen dem um das Mittelmeer gelegenen Römischen Reich und dem in Mesopotamien und dem iranischen Hochland gelegenen Partherreich der Arsakiden zwischen dem späten 1. Jahrhundert v. Chr. und dem frühen 3. Jahrhundert n. Chr. bezeichnet.
In fast allen Partherkriegen ging die Aggression vor allem von römischer Seite aus. Die ersten Partherkriege im 1. Jahrhundert v. Chr. resultierten aus der expansiven Außenpolitik im Rahmen der damaligen innerrömischen Machtkämpfe und führten zum 53 v. Chr. katastrophal gescheiterten Feldzug des Marcus Licinius Crassus und 36 v. Chr. zum abgebrochenen Partherfeldzug des Marcus Antonius. Auslöser der meisten folgenden Partherkriege war der Status von Armenien, das zwischen beiden Großmächten umstritten war. Der Vertrag von Rhandeia im Jahr 63 n. Chr. etablierte eine Nebenlinie des parthischen Königshauses der Arsakiden in Armenien, das nun aber formal unter römischer Oberherrschaft stand. Trajan nutzte die Absetzung des von Rom geduldeten armenischen Königs Axidares als Vorwand für seinen Partherfeldzug (114 bis 117). Dieser verlief zwar anfangs sehr erfolgreich mit großen Eroberungen, die sich aber ab 116 als nicht haltbar erwiesen, so dass Rom nach Trajans Tod die Gebiete im Osten aufgeben musste. Der sogenannte Partherkrieg des Lucius Verus von 161/62 bis 166 resultierte offenbar aus dem parthischen Versuch, Armenien vollständig unter Kontrolle zu bringen, was aber mit einer schweren Niederlage für die Arsakiden endete. Die beiden Partherfeldzüge des Septimius Severus in den Jahren 195 und 197/198 waren begrenzte Militäroperationen, die erfolgreich verliefen, wobei die Römer wie so oft von innerparthischen Unruhen profitierten. Anschließend wurde Nordmesopotamien Teil des Römischen Reiches. Der geplante Partherfeldzug Caracallas 216/17 hatte offenbar großräumige Eroberungen zum Ziel, der Feldzug hatte zum Zeitpunkt von Caracallas Ermordung aber noch nicht wirklich begonnen. Caracallas Nachfolger Macrinus erlitt dann 218 eine schwere Niederlage gegen die Parther.
Nach dem Sturz der Parther 224 bzw. 226 n. Chr. setzten sich die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Rom bzw. Ostrom und dem Sassanidenreich noch bis ins 7. Jahrhundert fort (siehe Römisch-Persische Kriege).