Paumgartner (Patriziergeschlecht)

Die Paumgartner bzw. Baumgartner (auch: Paumgartner von Holnstein und Grünsberg) waren eine der ältesten Patrizierfamilien der Reichsstadt Nürnberg. Sie sind 1255 erstmals urkundlich erwähnt, ab 1396 waren sie bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1726 im Inneren Rat vertreten und gehörten damit zum Nürnberger Patriziat sowie nach dem Tanzstatut von 1521 zu den neuen ratsfähigen Geschlechtern. 1726 ist der Nürnberger Zweig des Geschlechts erloschen.

Anton Paumgartner ging nach seinem Konkurs um 1475 in die Reichsstadt Augsburg, wo seine Linie 1538 unter die Augsburger Patriziergeschlechter aufgenommen wurden. Sie kam durch Handel und Bergbau zu großem Reichtum. Hans II. (1488–1549) wurde 1537 in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Seine Söhne gerieten jedoch 1562 in Bankrott und ihre verarmten Nachfahren verließen Augsburg. Ein weiterer Augsburger Zweig, die Nachfahren des Sebald Paumgartner († 1520), war noch bis ins 17. Jahrhundert dort vertreten. Die Oberösterreichische Linie besaß am Anfang des 17. Jahrhunderts das Landgut Auhof bei Linz-Urfahr, ging um 1635 nach Niederösterreich, erlosch aber nach zwei Generationen im Mannesstamm wieder.

In Nürnberg ist die „Paumgartnerstraße“, in Augsburg die „Baumgartnerstraße“ nach ihnen benannt.

  1. Alois Weiß von Starkenfels, Johann Kirnbauer von Erzstätt: J. Siebmachers grosses und allgemeines Wappenbuch, Die Wappen des Adels in Oberösterreich, 2 Bände, Bauer & Raspe, Nürnberg 1885 S. 235, Tafel 66.