Peak Phosphor

Peak Phosphor, Peak Phosphorus oder Phosphorfördermaximum (engl. peak phosphorus, von englisch 'peak' (Berggipfel) und 'phosphorus' (Phosphor)), bezeichnet den Zeitpunkt, bei welchem die maximale globale Phosphatproduktion erreicht wird. Phosphor ist eine knappe, endliche und für die Herstellung von Düngemitteln unabdingbare Ressource auf der Erde und größere Mengen können nur aus dem Gestein Phosphorit gewonnen werden. Einigen Forschern zufolge werden die weltweiten Phosphorreserven in 50–100 Jahren ausgebeutet und der Peak Phosphor um 2030 erreicht sein. Eine für die Ernährung der Weltbevölkerung ausreichende Produktion von Düngemitteln wäre nach dem Versiegen der Phosphorreserven dann somit nicht mehr möglich. Im starken Kontrast dazu schätzte das der Düngemittelindustrie nahestehende International Fertilizer Development Center im Jahr 2010, dass die Phosphoritreserven mehrere hundert Jahre reichen werden. Geringe Mengen verwertbarer Phosphate biologischen Ursprungs sind die Ablagerungen von Guano in der Nähe von Vogel- oder Fledermausbrutplätzen. Die phosphathaltigen Ausscheidungen anderer Säugetiere sind schwierig zu nutzen, es werden aber bereits Versuche zur effektiven direkten Anwendung tierischer Ausscheidungen und zur Phosphatgewinnung aus menschlichem Urin unternommen.

  1. Tina-Simone S. Neset, Dana Cordell: Global phosphorus scarcity: identifying synergies for a sustainable future. In: Journal of the Science of Food and Agriculture. Band 92, Nr. 1, 2011, S. 2–6, doi:10.1002/jsfa.4650 (englisch).
  2. Dana Cordell, Jan-Olof Drangert, Stuart White: The story of phosphorus: Global food security and food for thought. In: Global Environmental Change. Band 19, Nr. 2. Elsevier, Mai 2009, S. 292–305, doi:10.1016/j.gloenvcha.2008.10.009 (englisch).
  3. Leo Lewis: scientists warn of lack of vital phosphorus as biofuels raise demands. Times Online, 23. Juni 2008 (englisch, archive.org [PDF]).
  4. IFDC Report Indicates Adequate Phosphorus Resources. IFDC, 22. September 2010, archiviert vom Original am 20. März 2012; abgerufen am 19. Oktober 2022 (englisch).