Performance (Kunst)

Als Performance Art (im deutschen Sprachraum auch kurz Performance) wird eine situationsbezogene, handlungsbetonte und vergängliche künstlerische Darbietung eines Künstlers bzw. einer Künstlergruppe bezeichnet. Die Kunstform hinterfragt die Trennbarkeit von Künstler und Werk sowie die Warenform traditioneller Kunstwerke. So überwindet sie die Auffassung, dass nur dauerhafte, werthaltige, beliebig handhabbare und verkäufliche Objekte (etwa Gemälde und Skulpturen) als Kunst zu betrachten seien.

Der Begriff wurde in den 1970er Jahren populär, obwohl es Performance Art schon mindestens seit den 1910er Jahren gibt. Direkte Vorläufer der Performance Art in den 1950er und 1960er Jahren im deutschsprachigen Raum waren bspw. die Wiener Aktionisten und die Neo-Dadaisten. (Diese beschrieben ihre Auftritte und Aktivitäten als Live Art, Action Art, Intervention oder auch Manoeuvre.) Performances können noch heute anderen Strömungen, Kunstrichtungen, Bewegungen und Kunsttheorien zugeordnet sein, wie Body-Art, Happening und Fluxus. Es gibt zudem große Überschneidungen mit der Konzept- und der Aktionskunst, bspw. der politischen Kunst von Gruppen wie Pussy Riot oder dem Zentrum für politische Schönheit.

Performance Art kann auch bedeuten, dass die Künstler monatelang ein Kunstwerk durchführen, wie bspw. Tehching Hsieh und Linda Montano, oder sich gar für den Rest ihres Lebens vollständig in ein Kunstwerk verwandeln, wie Eva & Adele. Die Abgrenzung zur Kunstfigur bzw. zum „Bühnencharakter“ ist dabei nicht klar definiert. So werden bspw. auch die beiden Frontleute der Band Die Antwoord, die ihre Alter Egos seit ihrem Bekanntwerden in der Öffentlichkeit konsequent „gespielt“ und nie wieder abgelegt haben, als Performance-Künstler bezeichnet.