Periöken

Die Periöken (auch Perioiken; von altgriechisch περίοικοι períoikoi, deutsch Herumwohnende, Nachbarn) waren Angehörige antiker griechischer Stadtstaaten, insbesondere im Staat der Lakedaimonier (Sparta). Die Zahl der Periöken dürfte sich auf mehrere zehntausend belaufen haben. Sie besaßen zwar kein spartanisches Bürgerrecht, waren aber freie, vollwertige Mitglieder des lakedaimonischen Staates.

Die Periöken bewohnten Städte in den Berg- und Küstengebieten Lakoniens (u. a. Skiritis, Belminatis, Thyrea), auf der Insel Kythera sowie an der Südspitze Messeniens. Wobei die Anzahl der Periökenstädte auf lakonischem Gebiet zahlreicher waren als die auf messenischem Gebiet. Diese Gebiete waren einst von den Spartiaten unterworfen worden, behielten jedoch eine gewisse Autonomie in der lokalen Verwaltung. Zwischen Spartiaten und Periöken bestand keine Heiratsgemeinschaft.

Außenpolitische Entscheidungen, insbesondere über Krieg und Frieden, wurden durch die Spartiaten getroffen. Die Periöken waren daran nicht beteiligt, mussten jedoch militärische Dienste für Sparta leisten.

  1. Wilhelm Pape, Max Sengebusch (Bearb.): Handwörterbuch der griechischen Sprache. 3. Auflage, 6. Abdruck. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1914 (zeno.org [abgerufen am 14. Mai 2019]).
  2. 1 2 Lukas Thommen,: Sparta Verfassungs- und Sozialgeschichte einer griechischen Polis. Stuttgart 2017, S. 101.
  3. Schmitz Winfried: Die griechische Gesellschaft. Eine Sozialgeschichte der archaischen und klassischen Zeit. Heidelberg 2014, S. 213.