Perikles, Fürst von Tyrus
Perikles, Fürst von Tyrus (englisch Pericles, Prince of Tyre) ist ein Schauspiel von William Shakespeare. Es handelt vom Schicksal des Pericles, der auf der Flucht vor der Rache des Königs Antiochus an der Küste von Pentapolis strandet und dort die Prinzessin Thaisa heiratet. Thaisa stirbt vermeintlich auf einer Schiffsreise bei der Geburt ihrer Tochter Marina, ihr Sarg wird im Meer versenkt und sie wird von einem Wunderarzt in Ephesus aus ihrem todesähnlichen Zustand wiedererweckt. Marina wächst bei Pflegeeltern auf, wird als junge Frau von diesen bedroht, von Piraten entführt und in ein Bordell in Mytilene verkauft. Sie entkommt von dort, trifft ihren Vater wieder und beide werden mit Thaisa vereint, die als Priesterin in Tempel von Ephesus lebt. Shakespeares Hauptquelle war vermutlich der antike Roman Historia Apollonii regis Tyri in verschiedenen späteren Bearbeitungen. Aufgrund stilistischer Eigenheiten des Textes nimmt man eine Koautorschaft von George Wilkins an. Pericles entstand wohl um das Jahr 1607. Die erste Aufführung könnte in der ersten Jahreshälfte 1608 stattgefunden haben. Der Erstdruck ist eine Quarto aus dem Jahre 1609. Pericles gehört zu den selten aufgeführten Werken Shakespeares. Es zeichnet sich durch einen experimentellen Stil aus, eine Mischung aus Drama und epischer Erzählung, wobei der mittelalterliche Dichter John Gower als Erzähler auftritt. Seit Dowdens Definition wird es zusammen mit weiteren Stücken aus Shakespeares Spätwerk zu den Romanzen gezählt.