Persianerklaue

Persianerklauen oder Karakulklauen, die Fellpfoten des Karakulschafes, sind, je nach Mode, ein bedeutender Artikel der Pelzbranche. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, in der in der Bundesrepublik Persianer den Hauptartikel der Pelzmode darstellte, waren Mäntel und Jacken aus Persianerklaue nicht nur ein preiswerterer Ersatz für Persianer. Aus Persianerklauen gearbeitete Pelze sind leichter als aus ganzen Fellen hergestellte. Bei entsprechender Zusammenstellung der Klauen sowie unter Mitverwendung von Resten der Fellverarbeitung (Persianerstücken) lassen sich eigene Optiken erzielen. Ihr Materialwert wird durch die Haarzeichnung und den richtigen Ausschnitt der Klauen aus dem Fell bestimmt.

Der Begriff Klaue für die Fell-Beinteile steht eigentlich nur den Fellen der Hufträger zu, also auch dem Persianer- beziehungsweise Karakulfell. Daher wurde in der Pelzbranche immer wieder die Ansicht vertreten, dass alle von anderen Fellarten stammenden Extremitäten als Pfoten zu bezeichnen wären. Doch bereits 1895 wird die Verarbeitung von Fuchs„klauen“ und Zobel„klauen“ beschrieben; auch ein österreichisches Pelzlexikon aus dem Jahr 1950 macht keinen Unterschied, es nennt neben Persianer- beziehungsweise Karakulklauen und Fohlenklauen, beispielhaft auch die Fuchsklauen.

  1. Heinrich Hanicke: Handbuch für Kürschner von Heinrich Hanicke. Anleitung zum rationellen Betrieb der Kürschnerei. 1895, Tafel 65.