Personzentrierte Systemtheorie

Die Personzentrierte Systemtheorie von Jürgen Kriz ist eine Mehr-Ebenen-Konzeption zum Verständnis von psychotherapeutischen und klinischen Prozessen unter besonderer Berücksichtigung des Zusammenwirkens unterschiedlicher Ebenen (u. a. psychische, interpersonelle, kulturelle und körperliche Prozesse).

Kriz versucht dabei die Beschränkungen zu überwinden, die sich innerhalb vieler Psychotherapieschulen durch Betonung einzelner Prozessebenen ergeben. Daher verbindet dieser Ansatz Aspekte und Befunde aus unterschiedlichen psychotherapeutischen Orientierungen mit übergreifenden Konzepten – vor allem aus der Humanistischen Psychotherapie, der Synergetik, der Gestalttheorie, der Biosemiotik und der Evolutionspsychologie. Eine besondere Betonung erhält dabei die Unterscheidung zwischen objektiven Beschreibungen und dem Erleben des Subjekts.

  1. U.a. Carl Rogers: Entwicklung der Persönlichkeit. 22. Auflage. Klett, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-608-96417-2.
  2. Vgl. Hermann Haken: Synergetics. An Introduction. Springer, Berlin 1983, ISBN 978-3-642-88338-5.
  3. Jürgen Kriz: Hermann Hakens Synergetik als Grundmodell (auch) für das Verständnis des Menschen in der Welt. In: Jürgen Kriz, Wolfgang Tschacher (Hrsg.): Synergetik als Ordner. Die strukturierende Wirkung der interdisziplinären Ideen Hermann Hakens. Pabst, Lengerich 2017, S. 85–94, ISBN 978-3-95853-330-1.
  4. U.a. Wolfgang Metzger: Psychologie. Die Entwicklung ihrer Grundannahmen seit der Einführung des Experiments. 6. Auflage. Krammer, Wien 2001, ISBN 978-3-90181-107-4.
  5. Jakob Johann von Uexküll: Umwelt und Innenwelt der Tiere. J. Springer, Berlin 1909.
  6. Robin Dunbar: The social brain hypothesis. In: Evolutionary Anthropology. Jahrgang 23, 1998, S. 178–190.