Petrichor

Als Petrichor wird der Geruch bezeichnet, den Regen auf trockener Erde auslöst.

Das Wort ist ein Kompositum aus altgriechisch πέτρα pétrā „Fels, Felsstück“ oder πέτρος pétros „Stein“ und ἰχώρ īchṓr „Blut der Götter“ und wurde 1964 in einem Artikel für die Fachzeitschrift Nature geprägt von zwei australischen Forschenden der CSIRO, Isabel J. Bear und Richard G. Thomas. In ihm beschreiben die beiden, wie der Geruch durch ein Öl entsteht, das bestimmte Pflanzen während Trockenperioden absondern, und das wiederum von Tonböden und Gesteinen absorbiert wird. Während des Regens wird das Öl zusammen mit einer anderen Verbindung namens Geosmin in die Luft freigesetzt; durch diese Verbindung entsteht der markante Geruch. In einem Folgebericht zeigten Bear und Thomas 1965, dass das Öl das Keimen von Samen und das frühe Pflanzenwachstum verzögert.

  1. 1 2 3 I. J. Bear, R. G. Thomas: Genesis of petrichor. In: Geochimica et Cosmochimica Acta. Band 30, Nr. 9, September 1966, ISSN 0016-7037, S. 869879, doi:10.1016/0016-7037(66)90025-1 (englisch).
  2. 1 2 Anu Garg: petrichor. In: Wordsmith.org. Abgerufen am 1. Mai 2020 (englisch).
  3. Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch II, Heidelberg 1970, S. 522 f.
  4. Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch I, Heidelberg 1960, S. 747.
  5. I.J. Bear, R.G. Thomas: Nature of Argillaceous Odour. In: Nature. Band 201, März 1964, S. 993–995, doi:10.1038/201993a0 (englisch): “The diverse nature of the host materials has led us to propose the name ‘petrichor’ for this apparently unique odour which can be regarded as an ‘ichor’ or ‘tenuous essence’ derived from rock or stone […] it does not imply that petrichor is necessarily a fixed chemical entity but rather it denotes an integral odour, variable within a certain easily recognizable osmic latitude.”
  6. I.J. Bear, R.G. Thomas: Petrichor and Plant Growth. In: Nature. Band 207, September 1965, S. 1415–1416, doi:10.1038/2071415a0 (englisch).