Petrikirche (Lübeck)
St. Petri zu Lübeck ist die Kultur- und Hochschulkirche der Hansestadt Lübeck. Sie wurde erstmals im Jahr 1170 erwähnt. Ihre heutige architektonische Gestalt als fünfschiffige gotische Hallenkirche hat St. Petri seit dem 15. Jahrhundert. Seit der Reformation in Lübeck im Jahr 1530 ist St. Petri eine evangelische Kirche und seit 1987 ist sie Kirche für die ganze Stadt ohne eigene Gemeinde.
Wie auch St. Marien und der Lübecker Dom erlitt St. Petri im März 1942 (Palmarum) sehr starke Schäden durch einen britischen Bombenangriff und brannte vollkommen aus. Die Restaurierung wurde erst in den Achtzigerjahren abgeschlossen. Da die Ausstattung zerstört und die Petri-Gemeinde inzwischen auf die Nachbarkirchen aufgeteilt worden war, wurde St. Petri 1987 als Kirche für die ganze Stadt wiedereröffnet. Als Stadtkirche ohne Gemeinde ist sie heute ein Ort für Kunst und Kultur, für Wissenschaft und Diskussion, für theologische Veranstaltungen, experimentelle Gottesdienste und Rituale. Sie ist und bleibt jedoch auch ohne Gemeinde eine evangelische Kirche und gehört zum evangelischen Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. Als Hochschulkirche ist sie zudem der Ort für akademische Feierstunden, wie Begrüßungs- und Graduierungsfeiern der Universität zu Lübeck, der Technischen Hochschule Lübeck und der Musikhochschule Lübeck.
Der weiß getünchte, lichtdurchflutete Kirchraum ist heute bis auf wenige Prinzipalstücke (Altar, Taufbecken, Kreuz und Orgel) leer und bietet so unendliche viele Möglichkeiten der Gestaltung: für Kunst genauso wie für Großveranstaltungen, für Gottesdienste wie für Experimente aller Art.
Im Kirchraum finden sich zudem einige moderne Kunstwerke. Das Altarkreuz des österreichischen Künstlers Arnulf Rainer, das illuminierte Neonkreuz von Hanna Jäger im Gewölbe und die Neon-Installation "Yes, it is a church!" des Berliner Künstlers Christian Jankowski am Eingang zum Kirchraum laden Besuchende zum Nachdenken ein.
Neben den Ausstellungen und Veranstaltungen im Kirchraum ist St. Petri bei Touristen wie Lübeckerinnen für ihren [Aussichtsturm] bekannt, von dem aus man die ganze Lübecker Altstadt überblickt. Auch das hauseigene Petri-Café lädt zum Verweilen ein.
- ↑ St. Petri (Kultur- und Hochschulkirche). Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, abgerufen am 2. Februar 2025.