Pfeilgift

Als Pfeilgift werden Gifte bezeichnet, die von verschiedenen Wildbeutergruppen zur Jagd mit Bogen oder Blasrohr auf ihre Pfeilspitzen (Bogen- oder Blasrohrpfeile) aufgetragen werden. Viele Gifte sind Nervengifte, die ihre (muskellähmende) Wirkung nur dann entfalten, wenn die Substanz in die Blutbahn gerät. Bei enteraler Aufnahme (über den Magen-Darm-Trakt), z. B. bei Verzehr eines damit erlegten Tieres, sind diese Pfeilgifte in der Regel ohne toxische Auswirkungen. Andere Pfeilgifte führen zum Herzstillstand oder zu inneren Blutungen. Pfeilgiftpräparate sind meist Mischungen von verschiedenen Komponenten. Eine Auflistung von 28 pflanzlichen und tierischen Ausgangsmaterialien und ihre Toxinzusammensetzungen findet sich bei Justin Bradfield et al.

Der älteste Nachweis für die Verwendung eines Pfeilgifts stammt aus KwaZulu-Natal in Südafrika und ist rund 60.000 Jahre alt. Verwendet wurde damals bereits Boophone disticha, eine Pflanze aus der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae).

  1. Drogen und Pfeilgifte in der Indianermedizin. Abgerufen am 6. Januar 2020.
  2. Justin Bradfield, Lyn Wadley, Marlize Lombard: Southern African arrow poison recipes, their ingredients and implications for Stone Age archaeology. In:: Southern African Humanities. Band 27, S. 29–64 (Nov. 2015).
  3. Sven Isaksson, Anders Högberg und Marlize Lombard: Direct evidence for poison use on microlithic arrowheads in Southern Africa at 60,000 years ago. In: Science Advances. Band 12, Nr. 2, 2026, doi:10.1126/sciadv.adz3281.
    World’s oldest arrow poison – 60,000-year-old traces reveal early advanced hunting techniques. Auf: eurekalert.org vom 7. Januar 2026.