Pferdehandel
Pferdehandel bezeichnet den kommerziellen Kauf und Verkauf von Pferden als Teilbereich des Viehhandels, der sich über Jahrtausende als bedeutende Wirtschaftsaktivität entwickelte. Die Handelsformen reichen von direktem Erwerb beim Züchter oder Gestüt, über organisierte Auktionen und traditionelle Pferdemärkte bis hin zu spezialisierten Handelsbetrieben, wobei moderne Vermarktungsformen wie Online-Auktionen die traditionellen Handelsstrukturen ergänzen. Die Bewertungsschwierigkeiten beim Pferdekauf führten zur Entwicklung rechtlicher Gewährleistungsregelungen.
Historisch spielte der Pferdehandel eine zentrale Rolle, weil Pferde den Verkehr von der Antike bis zur Verbreitung der Eisenbahn im 19. Jahrhundert und der motorisierten Landfahrzeuge im frühen 20. Jahrhundert prägten. So gab es interregionale und internationale Handelsnetze, wie etwa die Tee-Pferde-Straße zwischen Tibet und China während der Tang-Dynastie oder die indo-afghanischen Handelsrouten des 18. Jahrhunderts. Das Militär war über Jahrhunderte hinweg ein Hauptabnehmer von Pferden. Allein im Zweiten Weltkrieg wurden mehrere Millionen Pferde eingesetzt. Mit der Mechanisierung des Militärs, des Transportwesens – auch auf kurzen Strecken – und der Landwirtschaft im 20. Jahrhundert wandelte sich der Pferdehandel in der westlichen Welt vom Markt für Arbeitspferde zum Markt für Freizeit- und Sportpferde.