Phase Alternating Line
Das Phase-Alternating-Line-Verfahren [], kurz PAL, ist ein Verfahren zur Farbübertragung beim analogen Fernsehen. Es wurde mit dem Ziel entwickelt, störende Farbton-Fehler, die im NTSC-Verfahren nur manuell und unbefriedigend ausgeglichen werden können, automatisch zu kompensieren. Grundlage des Verfahrens ist der Gedanke, dass zwei aufeinander folgende Bildzeilen mehr Ähnlichkeit als Unterschied aufweisen, weil Bilder aus Flächen bestehen. Der technische Kniff, das rote Farbdifferenzsignal jeder zweiten Bildzeile zur vorhergehenden um 180° phasenverschoben (darum der Name) zu übertragen, ermöglicht es, auf der Empfängerseite durch Verrechnung der beiden Zeilen einen eventuell auftretenden Farbton-Fehler vollständig aufzuheben, lediglich ein kleiner Farbsättigungs-Fehler bleibt. Ein Fehler der Farbsättigung ist für den Menschen allerdings wesentlich schwerer wahrzunehmen als ein Farbtonfehler. Dadurch, dass jeweils zwei Bildzeilen zur Farbinformationsgewinnung herangezogen werden, reduziert sich die vertikale Farbauflösung auf die Hälfte. Da die räumliche Auflösungsfähigkeit des menschlichen Sehsinnes für Farbinformationen gegenüber derjenigen für Helligkeitsinformationen jedoch geringer ist, nimmt man diesen Nachteil in Kauf.
PAL wurde vor allem in Europa benutzt, aber auch in Australien und vielen Ländern in Afrika, Asien und Südamerika. Details siehe im Abschnitt Verbreitung. Es wurde durch die Einführung digitaler Fernsehstandards abgelöst.
Umgangssprachlich wird mit dem Kürzel PAL nicht nur das Farbcodierverfahren, sondern häufig die Gesamtheit aller Parameter der Fernsehnorm verwendet. Im Bereich der digital übertragenen oder gespeicherten Fernsehsignale wird das Kürzel ebenfalls weiterhin benutzt, um den Bildaufbau aus 576 sichtbaren Zeilen (SDTV) in Halbbildern im Zeilensprung mit 50 Hz zu beschreiben, obwohl hier das eigentliche PAL-Verfahren gar nicht existiert.