Phoenix (Raumgleiter)

Phoenix war ein etwa sieben Meter langes und 1200 kg schweres, flugfähiges Testmodell des europäischen unbemannten suborbitalen Raumgleiters Hopper, der als wiederverwendbare und preisgünstige Alternative zu Einweg-Trägerraketen geplant war und die Ariane-5-Rakete nach dem Jahr 2020 ersetzen sollte.

Nach verschiedenen Windkanaltests und Rollversuchen, bei denen die Brems- und Steueranlagen getestet wurden, wurde im Mai 2004 eine Flugversuchskampagne auf dem Flugplatz Vidsel in Nordschweden () erfolgreich durchgeführt. Dabei wurde das Modell von einem Boeing-Vertol CH-46 Hubschrauber auf ca. 2400 m Höhe gebracht und mit ca. 80 Knoten (entsprechend ca. 40 m/s) Fluggeschwindigkeit freigesetzt, woraufhin es nach einem 90-sekündigen gesteuerten Gleitflug vollautomatisch landete. Dieses Manöver diente dem Test der Landungsautomatik und der Flugeigenschaften.

Insgesamt wurden drei Testflüge durchgeführt:

  • Testflug 1: Samstag, 8. Mai 2004
    • nominales Flugszenario, d. h. Abwurf auf Landebahnachse
    • optimale Wetterbedingungen (nahezu wolkenlos, schwacher Heckwind, wenig Turbulenzen)
    • nahezu perfekter Erstflug
  • Testflug 2: Donnerstag, 13. Mai 2004
    • nominales Flugszenario (Wiederholung des ersten Testflugs)
    • gute Wetterbedingungen (wolkenlos, schwach bis moderater Gegenwind, wenig Turbulenzen)
    • perfekte Wiederholung des Erstflugs
  • Testflug 3: Sonntag, 16. Mai 2004
    • erweitertes Flugszenario: geplant war der Abwurf parallel zur Landebahnachse mit einem lateralen Versatz von 100 m. Tatsächlich erfolgte der Abwurf mit einem lateralen Versatz von 126 m und einer Orientierung der Längsachse des Demonstrators, die um 4.8° nach außen von der Landebahnachse abwich. Dadurch wurde ein maximaler lateraler Versatz von 245 m erreicht.
    • akzeptable Wetterbedingungen (zunächst wolkenlos mit zunehmender Wolkenbildung, moderater Gegenwind, moderate Turbulenzen)
    • erfolgreiche Landung

Bis Anfang 2004 waren 8,2 Millionen Euro in das Projekt investiert worden. Das Land Bremen beteiligte sich mit 4,3 Millionen Euro. Insgesamt waren 16 Millionen Euro vorgesehen.