Phonometrie
Die Phonometrie (von altgriechisch φωνή phōnē „Laut, Ton, Stimme, Sprache“ und μέτρον métron „Maß, Maßstab“) befasst sich unter Verwendung statistischer Methoden mit den Lauten einer Sprache. Man kann sie als eine besondere Form der Phonetik (Lautlehre) auffassen. Eine Grundidee war, dass ein bestimmter Sprachlaut, immer wieder gesprochen, zwar messbar verschieden ausfällt, dabei aber um einen Mittelwert streut, wobei diese Streuung sich mit der gaußschen Glockenkurve (Normalverteilung) darstellen lässt. Die Anthropometrie und die daraus entwickelte Biometrie, in der messbare menschliche Eigenschaften wie die Körpergröße sich in größeren Personengruppen als ebenfalls normalverteilt erwiesen, gaben Anlass für diese Überlegungen.
- ↑ In der Diktion von Herbert Pilch: Phonemtheorie. Zweite, verbesserte Auflage. Karger, Basel u. a. 1968, S. 143: "Phonometrie bedeutet dabei die statistische Behandlung von Phonemvarianten." Zustimmende Erwähnung als eigenständiger Forschungsansatz findet sich bei dem bekannten Phonetiker Otto von Essen: Allgemeine und angewandte Phonetik. 5., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1979, S. 7f.
- ↑ Vgl. z. B. Zwirner & Zwirner 1966: 200f.