Pieter Nuyts
Pieter Nuyts (* 1598 in Middelburg; † 11. Dezember 1655 in Hulst) war ein niederländischer Kaufmann, Seefahrer und Kolonialbeamter der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC). 1627 kartierte er Teile der australischen Südküste; anschließend diente er als Gesandter in Japan sowie als Gouverneur von Formosa von 1627 bis 1629. Nach Auseinandersetzungen mit japanischen Händlern, bei denen es nach Auffassung der japanischen Behörden zu einer Entehrung des Shōguns gekommen war, stellten diese den Handel mit den Niederländern ein, nahmen niederländische Seeleute gefangen, beschlagnahmten Waren und forderten die Zerstörung des Forts Zeelandia auf Formosa. Nachdem verschiedene Versuche, die Krise zu entschärfen, gescheitert waren, entschloss sich die VOC zu einem beispiellosen Schritt: Nuyts wurde nach Japan ausgeliefert mit der ausdrücklichen Aussage, die Japaner könnten mit ihm verfahren, wie es ihnen beliebe. Anschließend stand Nuyts von 1632 bis 1636 unter Hausarrest. Seine Freilassung erwirkte schließlich Francois Caron. Ende 1637 kehrte Nuyts, unehrenhaft aus der Kompanie entlassen, in die Niederlande zurück. Später wurde er jedoch rehabilitiert und übernahm verschiedene lokale Ämter.