Polte-Werke

Die Polte Armaturen- und Maschinenfabrik OHG in Magdeburg war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein bedeutender Hersteller von Großarmaturen sowie einer der größten Munitionsproduzenten der Welt. Der Konzern war einer der wichtigsten Arbeitgeber Magdeburgs, Vorreiter bei der Errichtung sanitärer und sozialer Einrichtungen für Angestellte und Arbeiter und international für die ingenieurtechnische Qualität seiner Erzeugnisse geschätzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er vor allem wegen der massenhaften Beschäftigung von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen (ab Juni 1943 bis zum Kriegsende) bekannt. Die während des Krieges nicht zerstörten oder von der sowjetischen Besatzungsmacht als Reparationen abtransportierten Teile der Polte-Werke gingen später im VEB Schwerarmaturenwerk „Erich Weinert“ bzw. dem daraus entstehenden VEB Magdeburger Armaturenwerke „Karl Marx“ auf.

  1. Gem. Astrid Pawassar: Bildatlas Leipzig, Halle, Magdeburg. Band 233 des HB Bildatlas. 2007, S. 96 f. größter Munitionsproduzent des Deutschen Reichs
  2. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges arbeiteten rund 14.000 Magdeburger Einwohner in den Polte-Werken, gem. Martin Nathusius: Die Magdeburger Linie .., siehe LitVerz. (S. 109)
  3. „So ist auch das Poltewerk mit zum Pionier und Bahnbrecher für den Siegeslauf der deutschen Industrie in allen Teilen der Welt …“. Hans Leonhard: Eugen Polte. In: Mitteldeutsche Lebensbilder. Fünfter Band. Lebensbilder des 18. und 19. Jahrhunderts. Magdeburg, 1930.