Polytänchromosom
Als Polytänchromosom wird ein Chromosom bezeichnet, das viele parallel verlaufende, einzelne DNA-Moleküle (Chromatiden) mit jeweils identischen Gensequenzen enthält. Polytänchromosomen sind viel größer als „normale“ mitotische Chromosomen und im Lichtmikroskop schon bei mäßiger Vergrößerung zu erkennen. Sie werden daher auch Riesenchromosomen genannt, eine Bezeichnung, die manchmal auch für die anders aufgebauten Lampenbürstenchromosomen verwendet wurde.
Voraussetzung für die Polytänie ist Endoreplikation. Bei diesem Vorgang multipliziert die chromosomale DNA über mehrere Runden innerhalb eines Zellkernes; deswegen kommt es auch zu keiner Zellteilung.
- ↑ Hans-Guenther Keyl, Ilse Keyl: Die cytologische Diagnostik der Chironomiden. I: Bestimmungstabelle für die Gattung Chironomus auf Grund der Speicheldrüsen-Chromosomen. In: Archiv für Hydrobiologie 56, 1959, S. 43–57.
- ↑ Thomas D. Pollard, William C. Earnshaw: Cell Biology. 2. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-8274-1861-6, S. 221.
- ↑ Rüdiger Wehner, Walter Gehring, Alfred Kühn: Zoologie. 24. Auflage. Georg Thieme, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-13-772724-8, S. 41 (online bei Google Books).