Population (Biologie)
Als Population wird in den Biowissenschaften die Gesamtheit aller Individuen, in der Regel derselben Art, bezeichnet, die in einem bestimmten Verbreitungsgebiet vorkommen. Infolge der sozialen Interaktionen zwischen den Mitgliedern dieser Bevölkerungseinheit kommt es u. a. zu einer ständigen Vermischung ihres Erbguts durch Genfluss. Populationen sind daher auch ein Ausgangspunkt von evolutiven Veränderungen der betreffenden Art.
Welches die im Einzelfall interessierenden Interaktionen sind, ist innerhalb der biologischen Fachdisziplinen nicht ganz deckungsgleich. So wird beispielsweise in der Populationsgenetik speziell darauf abgehoben, dass die Individuen aufgrund ihrer Entstehungsprozesse miteinander verbunden sind. Die Populationsökologie hingegen interessiert sich nur für die Individuen, die sich zur gleichen Zeit im gleichen Areal aufhalten. In der Demographie und Epidemiologie spielen bei der Definition von Populationen neben den Eigenschaften der Individuen und ihrer Variation sowie genetischen und arealgeographischen Faktoren insbesondere auch soziale Interaktionen eine wesentliche Rolle.
Neben diesen spezifisch biologischen Definitionen wird auch innerhalb der Biologie häufig in einem rein statistischen Sinn von einer „Population“ als einer (beliebig definierten) Grundgesamtheit gesprochen, aus der anhand von Stichproben bestimmte Eigenschaften und deren Verteilung ermittelt werden.
- ↑ Formuliert in Anlehnung an: Klaus Immelmann (Hrsg.): Grzimeks Tierleben. Sonderband Verhaltensforschung. Kindler Verlag, Zürich 1974, S. 634
- ↑ Robin Waples, Oscar Gaggiotti (2006): What is a population? An empirical evaluation of some genetic methods for identifying the number of gene pools and their degree of connectivity. In: Molecular Ecology. 15: 1419–1439, doi:10.1111/j.1365-294X.2006.02890.x.
- ↑ Nancy Krieger (2012): Who and What Is a “Population”? Historical Debates, Current Controversies, and Implications for Understanding “Population Health” and Rectifying Health Inequities. In: Milbank Quarterly. 90 (4): 634–681.