Schwedische Sintflut
Schwedische Sintflut (polnisch Potop szwedzki) ist eine in der polnischen Geschichtsschreibung geläufige Bezeichnung für den Krieg zwischen Schweden und Polen in den Jahren 1655 bis 1660 (auch Zweiter Nordischer Krieg genannt) und die damit verbundenen Kriegszüge und Invasionen durch schwedische Truppen und die mit ihnen verbündeten Feinde (Ukrainer, Russen), denen Polen-Litauen in dieser Zeit ausgesetzt war. Ist von Potop ohne den Zusatz „schwedisch“ die Rede, so ist dabei auch der Russisch-Polnische Krieg von 1654 bis 1667 mit inbegriffen. Dieser nicht minder destruktive Krieg war wiederum eine Folge des russischen Eingreifens aufseiten der aufständischen Kosaken unter Bohdan Chmelnyzkyj, betraf aber vornehmlich die orthodoxe Osthälfte Polen-Litauens. In Litauen, das dementsprechend hauptsächlich unter den russischen Truppen litt, wird der Begriff „schwedische Sintflut“ (litauisch Švedų tvanas) für diese Episode in der Geschichte beider Länder daher seltener verwendet.