Primat der Ökonomie

Der oder das Primat der Ökonomie ist ein vor allem in den Sozialwissenschaften verwendeter Begriff, der die These der Dominanz der Wirtschaft über die übrige Gesellschaft oder ihres Vorrangs gegenüber der Politik bezeichnen soll.

In der Gesellschaftstheorie wird vorausgesetzt, dass „Wirtschaft“ und „Gesellschaft“ voneinander begrifflich geschieden und gegenübergestellt werden können, wobei hauptsächlich zwei Versionen des Verhältnisses zwischen ihnen möglich sind:

  1. Die Wirtschaft hat den Vorrang vor den übrigen Teilsystemen der Gesellschaft.
  2. Die Wirtschaft hat Vorrang vor der Politik. (= Umkehrung des Primats der Politik)
  1. Teilweise auch unter davon abweichenden Bezeichnungen haben diese These in neuerer Zeit eine Reihe von Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlern aufgegriffen, u. a. Theodor W. Adorno, Niklas Luhmann, Helmut Willke, Uwe Schimank, Stefan Kühl, Gerhard Willke, Helmut Voelzkow. Karl S. Althaler. Siehe auch die nachfolgenden Einzelnachweise.