Principalía

Die Principalía oder Führungsschicht war die gebildete Oberschicht in den Städten der kolonialen Philippinen, bestehend aus dem Gobernadorcillo (Bürgermeister), den Cabezas de Barangay (Anführern der Barangays), die die Distrikte regierten, sowie den Trägern der Medaille für zivile Verdienste.

Die Aufnahme in den Kreis der Principalía konnte gemäß dem Königlichen Erlass vom 20. Dezember 1863 – unterzeichnet im Namen der Königin Isabella II. von Spanien durch den Minister für Kolonien, José de la Concha – entweder erworben oder ererbt werden. Fertigkeiten der Spanischen Sprache waren Voraussetzung, wenn man in diesen Kreis aufstieg. Für diejenigen, die diese Ehre ererbt hatten, entfiel diese Voraussetzung. Der königliche Erlass wurde in den Philippinen vom Generalgouverneur durch ein Rundschreiben bekanntgemacht.

Mit dem Regierungswechsel von der Monarchie unter spanischer Herrschaft zur Demokratie unter den Vereinigten Staaten von Amerika verloren die Principalía und ihre Abkömmlinge ihre gesetzlich verankerte Macht und ihre sozialen Privilegien.

  1. Emma Helen Blair and James Alexander Robertson, The Philippine Islands (1493-1898), Cleveland: The A.H. Clark Company, 1903, Vol. XVII, p. 331.
  2. 1893 wurde das Mauragesetz beschlossen, um die Stadtverwaltungen zu reorganisieren, mit dem Ziel, sie effektiver und autonomer zu machen und in diesem Zusammenhang wurde 1895 der Begriff des 'gobernadorcillo' zum 'capitan municipal'
  3. Der Anstieg der philippinischen Bevölkerung während der spanischen Kolonialzeit erforderte konsequenterweise die Schaffung und Wahl einer neuen Führungselite und -klasse. Die Entstehung der Mestizenkultur (sowohl Filipinos chinesischer Abstammung als auch Filipinos spanischer Abstammung) machte dies ebenso notwendig, genauso wie die Schaffung verschiedener Gobernadorcillo-Posten für die verschiedenen Mestizengruppen und für die Indianerstämme, die im gleichen Territorium oder in Städten mit großer Bevölkerung waren. Vgl. Emma Helen Blair and James Alexander Robertson, The Philippine Islands (1493-1898), Cleveland: The A.H. Clark Company, 1903, Vol. XVII, pp. 324- 326.
  4. vgl. Principalía in Encyclopedia Universal Ilustrada Europeo-Américana, Madrid: Espasa-Calpe, S.A., 1991, Vol. XLVII, p. 410.
  5. Artikel 16 des Königlichen Erlasses vom 20. Dezember 1863 lautet: Nachdem nun eine Schule in einem Dorf mehr als 15 Jahren existiert, soll kein Eingeborener der die Kastilische Sprache nicht sprechen, lesen oder schreiben kann, Teil der principalía werden, es sei denn, er ererbt diese Ehren. Wenn die Schule dreissig Jahre besteht, sollen nur diejenigen die die oben genannten Bedingungen erfüllen von der Kopfsteuer ausgenommen werden. Isabel II, Königlicher Erlass vom 20. Dezember, 1863, Art. 16 in The Philippine Islands (1493-1898), Emma Helen Blair and James Alexander Robertson, Cleveland: The A.H. Clark Company, 1903, Vol. XLVI, p. 85.
  6. Sektion III des am 30. August 1867 unterzeichneten Schreibens lautet: Das Gesetz wurde sorgfältig bedacht und es ist geeignet, dass es der Aufseher vor den Augen der Eltern offenlegt, so dass ihr einfacher Intellekt gut verstehen möge, dass sie ihre Kinder nicht nur zur Schule senden sollen, sondern dass dies auch noch gewinnbringend sei, denn wenn die Schule fünfzehn Jahre im Dorf ihres Stammes besteht, dann können diejenigen, die nicht Kastilisch sprechen, lesen und schreiben können, nicht Gobernadorcillo werden, auch nicht Justizangestellte, noch können sie der Principalía angehören; außer sie haben dieses Privileg ererbt... General Gándara, Circular of the Superior Civil Government Giving Rules for the Good Discharge of School Supervision in The Philippine Islands (1493-1898), Emma Helen Blair and James Alexander Robertson, Cleveland: The A.H. Clark Company, 1903, Vol. XLVI, 133.