Prisonisierung
Prisonisierung bezeichnet den Prozess einer allmählichen Anpassung von Gefangenen an die Gefängniskultur, also an die im Gefängnis geltenden Normen und Wertvorstellungen. Der Begriff stammt aus der amerikanischen kriminologischen Gefängnisforschung und steht im Zusammenhang mit Theorien der Subkultur. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Prisonisierung begann 1937 mit einer Arbeit von Hans Reimer über Socialition in Prison. Sie wurde einflussreich 1940 von Donald Clemmer mit The Prison Community und 1958 von Gresham M. Sykes mit The Society of Captives fortgesetzt.
- ↑ In dieser Arbeit wurde der Begriff Prisonisierung erstmals verwendet. Vgl. Anna-Sophie Noack: Knast - Macht - Widerstand. Eine machtanalytische Annäherung an die Geschehnisse vom 28. Mai bis 01. Juni 1990 in der JVA Fuhlsbüttel. Lit Verlag, Münster 2016, ISBN 978-3-643-13506-3, S. 7.