Pro Caelio
Die vollständig erhaltene Verteidigungsrede Ciceros für Marcus Caelius Rufus entstand aus einem Strafprozess, der Anfang April 56 v. Chr. stattfand. Dem Angeklagten wurde „Gewaltanwendung“ (vis) vorgeworfen, was eine Störung des öffentlichen Friedens oder Aufruhr bedeutete. Grundlage des Prozesses war die lex Plautia de vi, ein Gesetz aus der Zeit nach Sullas Diktatur. Das Verfahren wurde vor einem Geschworenengerichtshof verhandelt, wobei ein eigens bestellter Untersuchungsrichter (quaesitor) den Vorsitz führte. In diesem Fall war es ein Cn. Domitius. Da Anklagen wegen vis beschleunigt behandelt wurden, fanden Verhandlungen auch an Feiertagen statt. Die gesetzliche Strafe für eine Verurteilung lautete auf Verbannung.