Proteste gegen die Regierung Orescharski in Bulgarien 2013

Die Proteste gegen die Regierung Orescharski in Bulgarien waren Dauerproteste nicht nur gegen die amtierende Regierung, sondern auch gegen alle seit den Wahlen 2013 im bulgarischen Parlament vertretenen politische Parteien, denen umfassende Korruption und enge Beziehungen zur organisierten Kriminalität vorgeworfen werden. Die Protestierenden werften den politischen Akteuren vor, dass die Politiker dieser Parteien sich grundsätzlich nicht um das Wohl des Volkes oder der Wähler kümmern, sondern nur die wirtschaftlichen Interessen der Mafia-Oligarchen vertreten. Bereits Anfang 2013 war die Regierung Borissow zurückgetreten, aufgrund von massiven Protesten gegen zu hohe Strompreise.

Die Proteste haben am 14. Juni 2013 angefangen und fanden seitdem jeden Tag, vor allem in der Hauptstadt Bulgariens, Sofia, statt. An den Demonstrationen beteiligten sich oft Zehntausende, vorwiegend aus der Mittelschicht, die den sofortigen Rücktritt der Regierung von Plamen Orescharski, Änderungen im Wahlgesetz und vorgezogene Parlamentswahlen forderten.

Die Proteste begannen als Reaktion auf die Besetzung wichtiger Staatsposten durch Politiker, denen enge Beziehungen zur organisierten Kriminalität nachgesagt werden. Aber auch damit verbundene ökologische Themen verärgerten die Bevölkerung: die Schädigung der Natur durch kommerzielle Bauvorhaben, Ausbaupläne für das Kernkraftwerk Belene und andere.

Immer wieder kam es im Jahr 2013 auch zu Selbstverbrennungen aus Protest gegen die Regierung.

  1. Nach Protesten: Bulgariens Regierung tritt zurück. In: Die Zeit. 20. Februar 2013, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 27. April 2016]).