Proteste in Bangladesch 2024
Die Proteste in Bangladesch 2024, auch bekannt als „Julirevolution“, waren Proteste der Bevölkerung gegen die zunehmend autoritäre Regierung um Sheikh Hasina, die das Land die vorangegangenen 16 Jahre lang regiert hatte. Sie begannen im Juli 2024 mit Studentenprotesten und dauerten einen Monat lang an, in welchem sie von der Regierung gewaltsam niedergeschlagen und bekämpft wurden. Mehrere Hundert Menschen starben, die Auseinandersetzungen waren somit die schwersten seit der Unabhängigkeit des Landes 1971. Schlussendlich hatten sie aber Erfolg und führten zum Rücktritt von Sheikh Hasina sowie zur Bildung einer breit gestützten Übergangsregierung.
Am 7. Juli 2024 begann die landesweite Protestwelle mit einer sogenannten Bangla-Blockade, einer national organisierten Verkehrsblockade, durch Studenten, bei denen es zu zahlreichen Todesopfern kam. Auslöser war eine geplante Quotenregelung, der zufolge knapp ein Drittel der staatlichen Stellen für sogenannte „Kriegshelden“ (Bangladesch-Krieg von 1971 gegen (West)Pakistan) und deren Angehörige freigehalten worden wäre, also vor allem für Menschen aus dem Umfeld der Regierungspartei. Obgleich das höchste Gericht von Bangladesch am 21. Juli 2024 Teile der umstrittenen Quotenregelung kippte, gingen die Demonstrationen weiter und weiteten sich zu allgemeinen Protesten gegen die zunehmend autoritär regierende Ministerpräsidentin Hasina Wajed aus. Gefordert wurden ein Rücktritt der Regierung und demokratische Wahlen. Hasina bezeichnete die Aktivisten als „Terroristen“ und versuchte zunächst, die Proteste gewaltsam sowie mit diversen Grundrechtseinschränkungen (bspw. Ausgangssperren und Internetzensur) zu stoppen. Bis Anfang August belief sich die Zahl der Toten auf über 300, die meisten davon starben durch Schüsse der Polizei. Mehr als 10.000 Menschen wurden festgenommen. Am 5. August 2024 trat Sheikh Hasina im Zuge der neuen Protestwelle zurück und verließ das Land. Ihr Amt übernahm übergangsweise Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, der von den Studenten dafür vorgeschlagen worden war. Daraufhin endeten die Proteste.
Die Proteste machten gemeinsam mit den ebenfalls erfolgreichen Protesten in Nepal 2025 den Begriff „Gen-Z-Proteste“ populär und inspirierten weltweit viele weitere solche Proteste mit dem Ziel der Demokratisierung.
- ↑ /1415774 জুলাই বিপ্লবের শহীদদের স্মরণ In: Kaler Kantho, 17. August 2024. Abgerufen im 19. August 2024 (bengalisch).
- ↑ ে-ব্যবসায়ীদের জুলাই বিপ্লবে আহতদের পাশে দাঁড়াতে ব্যবসায়ীদের প্রতি ফারুকীর bn In: The Daily Ittefaq, 18. August 2024 (bengalisch).
- ↑ যে কারণে 'জুলাই বিপ্লব' ইতিহাসে ব্যতিক্রম, Protidiner Sangbad, 13. August 2024. Abgerufen im 19. August 2024 (bengalisch).