Public School (Vereinigtes Königreich)
Eine Public School oder Independent School ist im Vereinigten Königreich eine Schule, die nicht durch staatliche Stellen, sondern stattdessen durch Schulgebühren, Spenden und Vermächtnisse finanziert wird. Sie werden seit dem 18. Jahrhundert als „Public“ School bezeichnet, da sie für alle frei sind, die die Schulgebühren bezahlen können. Ihr historischer Gegenpart im 18. Jahrhundert waren rein lokale Schulen mit Tagesbesuch. Wer es sich leisten konnte, ließ seine Kinder seitdem bei der Schule wohnen. Obwohl die Schulen aus wohltätigen Stiftungen entstanden, erheben sie alle Gebühren für den Unterricht und die Unterbringung der Schüler. Die teilweise sehr hohen jährlichen Gebühren bewirken an den Schulen damit eine Bewahrung eines relativ geschlossenen (gehobenen) sozialen Milieus. Ein neuer Name, um Missverständnisse auszuschließen, ist Independent Schools.
Folglich sind die Public Schools Privatschulen mit entsprechendem Elitecharakter und dürfen nicht mit den rein staatlich finanzierten öffentlichen Schulen (State-funded schools) verwechselt werden. Häufig sind sie zugleich als Internate (Boarding Schools) organisiert, wie bspw. das Eton College oder das Winchester College. Bis heute entsenden im Vereinigten Königreich vor allem die sog. „herrschenden Klassen“ ihren Nachwuchs bevorzugt auf eine der alten renommierten Public Schools. Noch 2019 waren zwei Drittel der britischen Kabinettsminister und mehr als die Hälfte der Abgeordneten des House of Lords Absolventen einer Public School.
- ↑ public school | British education | Britannica. Abgerufen am 12. Januar 2022 (englisch).
- ↑ David Kynaston: Engines of Privilege: Britain’s private school problem. Bloomsbury, London 2019, ISBN 978-1-5266-0127-8.
- 1 2 Elitism in Britain, 2019. UK Government, 24. Juni 2019, abgerufen am 28. März 2022 (britisches Englisch).
- ↑ Two thirds of Boris Johnsons cabinet went to private schools. The Guardian, 25. Juli 2019, abgerufen am 21. November 2021.