Push-Pull-Modell der Migration

Das Push-Pull-Modell der Migration stellt den Kern der ökonomisch motivierten Migrationstheorie dar, die Everett S. Lee (1917–2007) in den 1960er Jahren aufstellte. Die Theorie geht davon aus, dass Menschen aus einem ursprünglichen Gebiet „weggedrückt“ werden (engl.: „to push“, „drücken“) und/oder von einem anderen Gebiet „angezogen“ (engl.: „to pull“, „ziehen“) werden. Die Theorie wurde sowohl auf nationale als auch auf internationale Wanderung angewandt. Lees Arbeit (1966) basiert auf dem Prinzip des „ökonomischen Rationalismus“ und wurde von anderen Autoren aufgegriffen und weiterentwickelt. Lee geht davon aus, dass aufgrund der natürlichen Trägheit und Risikoscheu ein Übergewicht an begünstigenden Faktoren noch nicht zwangsläufig zur Migration führt.

Die Push-Pull-Theorie wird von Migrationsexperten als überholt gewertet.

  1. loc.gov
  2. Everett S. Lee (1966): A Theory of Migration. In: Demography, Band 3, Nr. 1, 1966, S. 47–57, doi:10.2307/2060063, JSTOR:2060063
  3. Moravek, Claudia (2006): „The Grass is Always Greener on the Other Side of the Hill“. Motive und Hoffnungen von auswanderungswilligen Deutschen, Magisterarbeit, (Memento vom 16. August 2017 im Internet Archive), S. 9
  4. Petrus Han: Soziologie der Migration. Erklärungsmodelle, Fakten, Politische Konsequenzen, Perspektiven. 2. Auflage, Lucius & Lucius, Stuttgart 2005, ISBN 3-8282-0306-X (Textauszug auf uzh.ch) hier S. 14–16