Pyroklastischer Dichtestrom

Der Begriff pyroklastischer Dichtestrom (engl. pyroclastic density current) wird in der Vulkanologie bzw. der Geologie als Oberbegriff zur Bezeichnung eines Gas-(Flüssigkeits)-Partikel-Gemisches verwendet, das bei der explosiven Eruption eines Vulkans entstehen und durch seine Dichte am Boden fließen kann. Er beinhaltet das gesamte Spektrum von partikelarmen bis partikelreichen Gemischen, heißen und relativ kühlen, z. T. auch wasserhaltigen Strömen, die sich mit relativ geringen oder mit hohen Geschwindigkeiten, turbulent oder über Korn-Korn-Kontakt bewegen. Der Begriff ist umfassender als der ältere und bekanntere, aber auch vieldeutige Begriff pyroklastischer Strom, der nur einen Teil des Phänomens beschreibt und heute meist auch nur in einem stark eingeengten Sinn verwendet wird (pyroklastischer Strom i. e. S.). Beide Begriffe beschreiben einen Transport- und Ablagerungsprozess in der Vulkanologie, nicht die Ablagerung selbst. Pyroklastische Dichteströme können beträchtliche Geschwindigkeiten (bis über 1000 km/h) erreichen und sehr heiß sein (bis etwa 800 °C). Die sog. Glutwolken und Glutlawinen, die in der Menschheitsgeschichte für einige verheerende Katastrophen bei Vulkanausbrüchen verantwortlich sind, sind besondere Formen pyroklastischer Dichteströme.

  1. Die in der Literatur angegebenen Temperaturen von über 1000 °C scheinen zu hoch gegriffen zu sein. Sehr häufig wird dabei das Beispiel Mont Pelé angeführt. Doch damals stand die Untersuchung der Dichteströme ganz am Anfang und eine genaue Temperaturbestimmung war und ist auch heute noch nicht möglich. Heute werden Temperaturen bis etwa 800 °C genannt; zum Beispiel Pichler und Pichler (2007). Dies schließt aber nicht aus, dass höhere Temperaturen theoretisch möglich sind.