Qasr ez-Zaʿfaran

Qasr ez-Zaʿfaran ist eine Fundstelle, die aus zwei nahegelegenen Wachtürmen besteht. In der Wissenschaft werden diese Türme zumeist als Zafaran A und B beziehungsweise Zafaran I und II bezeichnet. Die Bauwerke haben wohl einen eisenzeitlichen Ursprung. Da jedoch keine wissenschaftlichen Ausgrabungen an diesen Fundplätzen vorgenommen worden sind, gibt es verschiedene Theorien über deren baugeschichtliche Gründung und Entwicklung. Als gesichert gilt jedoch eine Nutzung dieser Bauwerke während des Prinzipats und der Spätantike. Sie lagen damals am vorderen Limes Arabiae et Palaestinae in der Provinz Arabia. Die beiden Wachtürme befinden sich heute auf dem Gebiet des Gouvernements Amman, rund 38 Kilometer südsüdöstlich vom Zentrum der jordanischen Landeshauptstadt Amman entfernt.

Die Befestigung des Limes Arabicus in diesem Gebiet begann mit der Annexion des Nabatäerreiches während der Regierungszeit des Kaisers Trajan (98–117) im Jahr 106 n. Chr. Zur Sicherung der neugewonnenen Gebiete ließ der Kaiser zwischen 107 und 114 n. Chr. mit der Via Traiana Nova eine von Süden nach Norden verlaufende Militärstraße entlang des damaligen Limesverlaufs ausbauen, die von der Hafenstadt Aila (Akaba) am Roten Meer bis zum Legionslager Bostra im heutigen Syrien reichte. Die dort stationierte Legio III Cyrenaica zeichnete für den Bau der Straße verantwortlich.

Die keramischen Untersuchungen, die am 30. Mai 1933 mit den Arbeiten des Biblischen Archäologen Nelson Glueck (1900–1971) begannen und durch neuere Projekte bestätigt wurden, deuten auf eine weit verbreitete römische Wiederbesetzung älterer Wachposten aus der Eisen- und der Nabatäerzeit hin. Diese Posten beherrschten bereits viele der wichtigsten Einfalls- und Transhumanzrouten sowie zentrale Wasserquellen.

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  2. Erasmus Gaß: Die Moabiter. Geschichte und Kultur eines ostjordanischen Volkes im 1. Jahrtausend v. Chr. (= Abhandlungen des Deutschen Palästina-Vereins 38), Harrassowitz, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-447-05908-4, S. 271.
  3. Hans-Peter Kuhnen: Wüstengrenze des Imperium Romanum – Die Schicksalsgrenze Roms im Orient von Augustus bis Heraclius. In: Hans-Peter Kuhnen (Hrsg.): Wüstengrenze des Imperium Romanum. Der römische Limes in Israel und Jordanien. Nünnerich-Asmus, Mainz 2018, ISBN 978-3-96176-010-7, S. 1–116; hier: S. 76.
  4. Hans-Peter Kuhnen: Wüstengrenze des Imperium Romanum – Die Schicksalsgrenze Roms im Orient von Augustus bis Heraclius. In: Hans-Peter Kuhnen (Hrsg.): Wüstengrenze des Imperium Romanum. Der römische Limes in Israel und Jordanien. Nünnerich-Asmus, Mainz 2018, ISBN 978-3-96176-010-7, S. 1–116; hier: S. 36.
  5. Nelson Glueck: Explorations in Eastern Palestine, I (= The Annual of the American Schools of Oriental Research 14), 1933–1934, S. 1–113; hier: S. 30.