Räude

Als Räude bezeichnet man den Befall und die Erkankung bei Tieren durch Räudemilben (Acariformes). Es leitet sich ab aus dem Mittelhochdeutschen rude/riude „Räude“ und ist eine Hautkrankheit mit entzündeten, nässenden, zum Teil verkrusteten schmerzhaften Erosionen oder Exkoriationen; (lateinisch Scabies, ‚Rauhigkeit‘, ‚Krätze‘, von scaber, ‚rau‘, ‚schäbig‘, von scabere, ‚kratzen‘, früher auch Raude) Bei 104 Säugetierarten, sowohl Wildtieren als auch Haustieren konnte der Befall bislang nachgewiesen werden. Zum Substantiv Räude gehört das Adjektiv räudig (ursprünglich: an einer borkenbildenden oder rauh-trocken abschilfernden Hautkrankheit leidend).

  1. Jürgen Martin: Die ‚Ulmer Wundarznei‘. Einleitung – Text – Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 1991, ISBN 3-88479-801-4, S. 163 und 165 (Würzburger medizinhistorische Forschungen, Band 52; zugleich: Medizinische Dissertation Würzburg 1990).
  2. Georg von Samson-Himmelstjerna, Horst Zahner, Johannes Eckert, Peter Deplazes: Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2012, ISBN 3-8304-1205-3, S. 424.
  3. raude, f. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 14: R–Schiefe – (VIII). S. Hirzel, Leipzig 1893, Sp. 255 (woerterbuchnetz.de).
  4. D. B. Pence, E. Ueckermann: Sarcoptic mange in wildlife. In: Rev. sci. tech. Off. int. Epiz., 2002, 21 (2), S. 385–398; oie.int (Memento vom 18. Mai 2020 im Internet Archive; PDF)
  5. Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes. Stadtarchiv, Ulm 1961 (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm, Band 2; zugleich: Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 449 (zu reudig, vom Menschen gesagt etwa bei Ekzem, Prurigo oder Skabies, lateinisch scabiosus).